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Medizinische Labore wollen wirtschaftliche Absicherung

Mittwoch, 15. April 2020

/picture alliance, Daniel Bockwoldt

Berlin – Fachärztliche Labore testen derzeit teils an sieben Tagen in der Woche und im Drei-Schicht-System Rachenabstriche auf SARS-CoV-2 – und haben dennoch mit Umsatz­einbußen zu kämpfen. Von Politik und Selbstverwaltung fordern sie Unterstützung.

„Während die Coronatestung insgesamt zunimmt, sind wir mit einem dramatischen Rück­gang in anderen Bereichen der Labordiagnostik konfrontiert“, erklärte Evangelos Kotso­poulos, Mitglied im Vorstand des Akkreditierte Labore in der Medizin (ALM), heute bei einer Online-Pressekonferenz.

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Allein im März sei die Zahl der Laboruntersuchungen, die üblicherweise in der Diagnostik akuter und chronischer Erkrankungen sowie im Rahmen von Präventions­leistungen an­fallen, um mehr als 50 Prozent zurückgegangen, berichtete Michael Müller, 1. Vorsitzen­der des ALM. Das habe für die Labore erhebliche wirtschaftliche Auswir­kungen, denn die Fixkosten blieben gleich hoch – und die SARS-CoV-2-Diagnostik decke die Umsatzverlus­te nicht.

„Die Mitglieder des ALM appellieren deshalb an das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium und die ärztliche Selbstverwaltung klarzustellen, dass auch die Labore eine klare Regelung zur wirtschaftlichen Absicherung benötigen“, so Kotsopoulos.

Im Hinblick auf die Coronatestung sieht der ALM dagegen keine Probleme am Horizont: „Die verfügbaren Testkapazitäten übersteigen den Versorgungsbedarf aktuell deutlich“, be­tonte Müller. Einen Grund für eine Ausweitung der Testungen sieht er darin allerdings nicht.

Er empfiehlt die „Weiterführung der bisherigen Teststrategie mit Vermeidung nicht indi­zier­ter Testung“. Falls es im Zusammenhang mit einer Lockerung der Eindämmungsmaß­nahmen zu einem Ausbau der Testungen kommen sollte, gebe es aber noch Potenzial für zusätzliche Testungen.

Antikörpernachweis kein Beweis für Immunität

Zur Vorsicht rät der ALM derzeit noch bei den viel diskutierten Antikörpertests. In den vergangenen Wochen habe man auch in den fachärztlichen Labors mit Tests auf IgG-Antikörper begonnen, diese seien für die Fragestellung nach dem Erregerkontakt am besten geeignet.

Doch: „Derzeit können wir auch mit positivem Testergebnis noch keine klare Aussage zu der Frage treffen, ob der Getestete dann immun gegen SARS-CoV-2 ist“, erklärte Christian Scholz.

Der Vorstand im ALM ergänzte: „Ein positives Ergebnis heißt nur, dass Antikörper gefun­den wurden. Ob diese durch eine SARS-CoV-2-Infektion entstanden sind oder durch ein anderes Coronavirus, dazu fehlen uns bisher noch die Ergebnisse weiterer Studien zur Spezifität der Tests.“ © nec/aerzteblatt.de

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