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Politik

Regierung: Corona-App zunächst ohne Technologie von Apple und Google

Mittwoch, 15. April 2020

/Maksim Kostenko, stockadobecom

Berlin – Die Bundesregierung will beim Start einer Corona-Warn-App nicht darauf war­ten, dass die von Google und Apple angekündigten Technologiekomponenten für den Bau von Tracing-Apps zur Verfügung stehen. Die App werde derzeit vom Robert-Koch-Institut getestet, sagte heute ein Sprecher des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG).

Dann müssten Datenschutz- und Datensicher­heitsaspekte durch den Datenschutzbeauf­tragten und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik geklärt werden, hieß es. Derzeit lasse sich nicht genau sagen, wann die App bereitstehe. „Wir hoffen, sobald wie möglich“, sagte der BMG-Sprecher.

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In Deutschland und anderen europäischen Ländern ist die Idee einer solchen App seit Wochen im Gespräch. Es geht darum, Menschen schnell zu informieren, wenn sie Kontakt zu Infizierten hatten. Nach Angaben von Chris Boos, einem der führenden Forscher des Projektes PEPP-PT, sollte die in Europa entwickelte Smartphone-Technologie zur Ein­däm­mung der Epidemie eigentlich schon bald nach Ostern als Warn-App zur Verfügung ste­hen.

Apple und Google hatten über Ostern wiederum ein zweistufiges Konzept präsentiert, mit dem die Programmierung einer Tracing-App mit Hilfe von Bluetooth-Technologie gebaut werden kann. In einem ersten Schritt wollen die Konzerne im Mai Programmierschnitt­stellen (APIs) vorstellen, die die Entwicklung einer Tracing-App erleichtern sollen.

In einem zweiten Schritt soll die Tracing-Funktion direkt in die beiden führenden Smart­phone-Betriebssysteme Android und iOS integriert und von Corona-Warn-Apps genutzt werden können.

Ministeriumssprecher Hanno Kautz betonte, die Nutzung einer Tracing-App werde eine freiwillige Entscheidung sein. „Die Ankündigung von Apple und Google hat erst einmal damit nichts zu tun, sondern wäre ein anderes Produkt.“

Im Gegensatz zu Tracking-Apps, wie sie in einigen asiatischen Ländern eingesetzt wer­den, erfassen Tacing-Apps keine Geodaten, sondern registireren nur die unmittelbare Nähe anderer Smartphones. © dpa/aerzteblatt.de

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Avatar #88255
doc.nemo
am Donnerstag, 16. April 2020, 10:04

Die allerletzten Hemmschwellen schmelzen dahin

Eine ins Betriebssystem von Smartphones eingebaute Tracingfunktion? Danach lechzen Polizei, Geheimdienste und Diktaturen schon seit Jahren. Das würde es Staaten auch erleichtern, Social-Scoring-Systeme zu etablieren. Glaubt irgend jemand, dass diese Funktion nach dem Ende der Epidemie dann wieder aus den Betriebssystemen entfernt werden würde? Die Coronakrise hat wirklich die allerletzten Hemmschwellen des Grundgesetzes wie Butter in der Sonne dahinschmelzen lassen.
Avatar #789821
heidiwasser
am Donnerstag, 16. April 2020, 08:15

Weshalb keine Geodaten?

Geodaten könnten nützlich sein, um neue Infektionsherde lokalisieren und entsprechende Massnahmen in die Wege leiten zu können, z.B. eine regionale Absperrung, aber auch die gezielte Information der lokalen Bevölkerung, Verteilung von Schutzmaterial etc.
LNS

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