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Ausland

Japanische Ärzte warnen vor Kollaps

Donnerstag, 16. April 2020

/picture alliance, Kyodo

Tokio − Japanische Ärzte haben angesichts der staatlichen Restriktion von Coronavirustests vor einem Zusammenbruch des Gesundheitssystems gewarnt. Wie japanische Me­dien heute berichteten, forderten Krankenhäuser in der Stadt Kyoto in einer gemeinsa­men Erklärung den Staat auf, Coronatests mit öffentlichen Mitteln auch für Patienten zuzulassen, die keine Symptome aufzeigen.

Bislang würden in Japan nur Coronatests bei Patienten von der Versicherung bezahlt, die Symptome wie Fieber haben. Als Folge dieser Politik könnten sich Ärzte und Pflegekräfte bei Operationen oder Geburten infizieren, wenn symptomlose Patienten das Virus in sich tragen, hieß es. Bei vielen Menschen führt eine Infektion mit SARS-CoV-2 zu keinen oder zumindest nur sehr milden Symptomen.

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Noch immer werden in der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt viel weniger Tests durch­geführt als in anderen Ländern. Zwar habe Ministerpräsident Shinzo Abe am 7. April erklärt, dass sich der Staat bemühen werde, die Testkapazitäten auf täglich bis zu 20.000 zu erhöhen. In der Realität würden jedoch höchstens rund 7.800 Tests am Tag durchgeführt, hatte die Tageszeitung Asahi Shimbun berichtet.

Dies liege unter anderem an veralteter Ausrüstung und einem Mangel an staatlichen Ein­richtungen sowie Fachleuten, die solche Tests durchführen können. Vor diesem Hinter­grund gingen einzelne lokale Behörden nun dazu über, privaten Einrichtungen zu erlau­ben, solche Tests durchzuführen.

Vor wenigen Tagen hatte Regierungschef Abe für den besonders betroffenen Großraum Tokio und einzelne andere Provinzen bis Anfang Mai den Notstand angeordnet und die Bürger aufgerufen, möglichst zu Hause zu bleiben. Doch handhabt Japan das laxer als Europa, Ausgangssperren gibt es in Japan keine.

In Japan können sich Menschen nur auf das Coronavirus testen lassen, wenn sie bestimm­te Bedingungen erfüllen. So muss jemand mindestens vier Tage hintereinander Fieber von mindestens 37,5 Grad haben. Wer das nicht hat, aber dennoch befürchtet, sich infi­ziert zu haben, wird vom Staat aufgefordert, zu Hause zu bleiben beziehungsweise sich von der Familie zu isolieren. Mancher mietet daher ein Hotelzimmer an, muss das aber selber zahlen. © dpa/aerzteblatt.de

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