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Ausland

Indigene in Brasilien sperren ihre Gebiete wegen Coronavirus

Donnerstag, 16. April 2020

Verschiedene Ureinwohner Brasiliens gehen zum Schutz vor der Corona-Pandemie freiwillig in die Isolation. /picture alliance, Marcelo Sayao, EFE

Rio de Janeiro − Mindestens 23 indigene Völker in zwölf der 27 brasilianischen Glied­staa­ten haben die Zugänge zu ihren Dörfern blockiert. Das berichten örtliche Medien gestern Abend. Damit soll eine Ansteckung der Indigenen mit dem Coronavirus verhindert wer­den. Man habe die Aktion der staatlichen Indigenenbehörden „Funai“ und dem Gesund­heitsdienst für die indigenen Völker („Sesai“) mitgeteilt, so Vertreter der Indigenen.

Die „Funai“ kritisierte die eigenmächtigen Straßenblockaden. Die Wege müssten zur Ver­sor­gung der Region offen bleiben. Um eine Infizierung der Indigenen zu vermeiden, em­pfiehlt die „Funai“ ihnen, ihre Dörfer nicht zu verlassen.

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Insgesamt seien bis gestern 23 Indigene positiv auf COVID-19 getestet worden − ein sprunghafter Anstieg gegenüber den neun am Montag gemeldeten Fällen, so die „Sesai“. Zudem sollen bisher fünf Indigene gestorben sein. Laut der „Sesai“ wurden 17 der 23 infizierten Indigenen in Indigenengebieten angesteckt.

Das Ge­sund­heits­mi­nis­terium in Brasilien will heute mit den Impfungen gegen das Influ­enza-A-Virus (H1N1), auch bekannt als Schweinegrippe, in den Indigenengebieten be­ginnen. Diese sollen bis zum 22. Mai abgeschlossen sein. Allerdings stoßen die Impfun­gen auf große Sorge unter den Indigenen.

Angesichts der Coronagefahr wolle man derzeit „niemanden aus den Dörfern raus und niemanden in sie reinlassen“, sagte die indigene Politikerin Sonia Guajajara, die der In­di­genenvereinigung APIB vorsteht, gegenüber Medien. Sie betonte zudem die von illegal in den Indigenengebieten aktiven Goldsuchern und Holzfällern ausgehende Infektionsge­fahr für die Indigenen. © kna/aerzteblatt.de

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