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Hohe Zustimmung für stärkere staatliche Krisenvorsorge

Donnerstag, 16. April 2020

/Rido, stock.adobe.com

Berlin − Angesichts der Corona-Epidemie befürwortet eine große Mehrheit der Bundes­bürger eine stärkere staatliche Krisenvorsorge. Ausreichende Vorsorge etwa für Atemmas­ken und Schutzkleidung für Ärzte und Pflegepersonal finden 78 Prozent ganz besonders wichtig und 20 Prozent wichtig, wie eine Befragung im Auftrag des Beamtenbunds dbb ergab.

Deutlich mehr Pflegekräfte halten 68 Prozent für besonders wichtig und 29 Prozent für wichtig. Etwa ebenso viele befürworten auch eine bessere Bezahlung. Umfassende Infor­mationen der Bevölkerung, was bei Epidemien oder Katastrophen zu tun ist, sind 65 Pro­zent besonders wichtig und 31 Prozent wichtig.

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Der dbb forderte einen national abgestimmten Investitions- und Innovationsplan für den Katastrophenschutz. Die Coronakrise lehre, dass Vorsorge alles sei, sagte Verbandschef Ulrich Silberbach. Deutschland könne und müsse hier noch besser werden. Erforderlich sei etwa, Notreserven aufzustocken, das Gesundheitssystem zu stärken, Sozial- und Pfle­geberufe attraktiver zu machen und Maßnahmenpläne auf allen Ebenen besser abzu­stimmen.

„Als erste konkrete Schritte fordern wir ein ständiges nationales Zentralregister der Inten­sivkapazitäten aller deutschen Krankenhäuser“, sagte Silberbach. „Es kann nicht sein, dass das im Krisenfall immer wieder neu aufgesetzt werden muss.“

Außerdem brauche es eine beim Bund angesiedelte Epidemiereserve für Medikamente und medizinische Schutzausrüstung. Beides müsse von Anfang an mit einer europakom­pa­tiblen Schnittstelle versehen werden, damit auch auf dieser Ebene die Koordination schneller gehe. „In Zeiten der Digitalisierung sollte das alles eigentlich kein Problem mehr sein.“

Laut der Umfrage finden 64 Prozent der Befragten die Entwicklung verbindlicher gemein­samer Notfallpläne für Epidemien von Bund, Ländern und Gemeinden besonders wichtig (wichtig: 31 Prozent).

Dass Medikamente wieder überwiegend in Deutschland und Europa statt in asiatischen Ländern hergestellt werden, finden 63 Prozent besonders wichtig und 26 Prozent wichtig.

Für die Umfrage im Auftrag des dbb Beamtenbund und Tarifunion wurden den Angaben zufolge am 6. und 7. April 1.001 Menschen ab 18 Jahre vom Institut Forsa befragt.

dbb-Chef Silberbach unterstrich die Forderung nach deutlich besserer Bezahlung für die Pflegekräfte in Krankenhäusern und Seniorenheimen. Insgesamt sei ein nachhaltiges Um­steuern bei der Krisenvorsorge nicht umsonst zu haben. Angesichts hoher Zustimmung dafür sei jetzt aber der Zeitpunkt, Steuergeld in die Hand zu nehmen und die nötigen Entscheidungen zu treffen. © dpa/aerzteblatt.de

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