NewsÄrzteschaftIntensivstationen: Kliniken müssen täglich bis 9 Uhr Bettenkapazitäten melden
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Intensivstationen: Kliniken müssen täglich bis 9 Uhr Bettenkapazitäten melden

Donnerstag, 16. April 2020

/picture alliance, Ronald Bonss

München – Ab sofort müssen Kliniken mit Intensivstation in Deutschland jeden Tag bis 9 Uhr ihre aktuellen Bettenkapazitäten an das Intensivregister der Deutschen Interdiszipli­näre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) melden. Das teilte die DIVI heute mit. Eine entsprechende Verordnung hatte Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) erlassen.

„Schon in den vergangenen Tagen haben sich rund 1.000 Kliniken gemeldet und überwie­gend täglich Daten aktualisiert“, erklärte die DIVI. Die neue Verordnung sei „ein wichtiger Baustein, um fortan tagesaktuell valide Zahlen für das gesamte Bundesgebiet zu erhal­ten“, sagte DIVI-Präsident Uwe Janssens. Darüber hinaus könnten sich politische Entschei­dungsträger zukünftig an den Daten des DIVI-Intensivregisters orientieren.

Anzeige

Vorrangiges Ziel des DIVI-Intensivregisters sei es, die Verfügbarkeiten von Beatmungs­bett­en und von erweiterten Therapiemaßnahmen bei akutem Lungenversagen in Deutschland sichtbar zu machen. Ebenfalls zu übermitteln sind die Anzahl von Patienten mit einer COVID-19-Infektion, die intensivmedizinisch behandelt werden, die beatmet werden oder die seit dem 1. Januar 2020 aus dem Krankenhaus entlassen wurden.

„Im Ernstfall müssen behandelnde Mediziner blitzschnell erkennen können, in welchem Krankenhaus der eigenen Region genau welche Kapazitäten vorhanden sind“, erklärte Christian Karagiannidis, Sprecher der DIVI-Sektion „Lunge – Respiratorisches Versagen“, die das Register maßgeblich vorangetrieben hat.

„Unser nächstes großes Etappenziel ist das Bereitstellen von validen Prognosemodellen für die gesamte Bundesrepublik. Anhand derer kann die Auslastung von Intensiv­stationen sowie die Entwicklung von intensivmedizinischen COVID-19-Behandlungen für einige Wochen vorausgesagt werden“, erklärte Karagiannidis.

Das sei auch elementar wichtig, um der Politik ein hilfreiches Werkzeug an die Hand zu geben, mit dem über eine mögliche Lockerung oder Beibehaltung der aktuellen Ein­schrän­­kungen entscheiden könnten.

Der Verband der Ersatzkassen (vdek) begrüßte die Verpflichtung. Eine Datenbank, die alle freien Intensivbetten verzeichnet, sei ein wichtiger Beitrag für die bestmögliche Versor­gung der Patienten in der Corona-Pandemie, erklärte die Vorstandsvorsitzende Ulrike Elsner. „Damit können die Krankenhäuser die Corona-Pandemie auch bei stark steigenden Fallzahlen so gut bewältigen wie bisher.“ © kna/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #760591
53Cicero
am Donnerstag, 16. April 2020, 20:46

Unfassbar

Für mich ist es unfassbar, dass nach so vielen Appellen seitens der DIVI als Fachgesellschaft und des BMG, es bis heute keine validierten Daten über die Anzahl der Intensivbetten gibt und nur ca. 50 % Ihrer Meldung (auch wenn es bisher freiwillig war) nachkommen.

Ich finde es schon schlimm genug, dass die DKG das nicht weiß. Auch ist es für mich nicht nachvollziehbar, (eigentlich ein Skandal) dass es keine validierten Zahlen über die Anzahl der Beatmungsgeräten in den Kliniken gibt. Und das vor dem Hintergrund, dass es seid über 20 Jahren das MPG und die MPBetreibV existiert und die Gesundheitssysteme gesetzlich verpflichtet sind, sowohl ein Medizinproduktebuch als auch ein Bestandsverzeichnis über aktive Medizinprodukte zu führen.
Eigentlich ein Klacks. Einfache Exeldatei
Unglaublich und unfassbar dieses Verhalten
LNS

Nachrichten zum Thema

30. Mai 2020
Alexandria/Köln – Krebskanke sind Risikopatienten für Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 und für schwere Verläufe der dadurch verursachten Erkrankung COVID-19. Die American Society
„Wir werden uns noch lange mit dieser Situation auseinandersetzen müssen“
29. Mai 2020
Berlin – Flüchtlinge in Sammelunterkünften sind besonders gefährdet, sich mit SARS-CoV-2 zu infizieren und an COVID-19 zu erkranken. Das ist das Ergebnis einer Studie unter Leitung des Epidemiologen
Hohes Risiko für SARS-CoV-2-Infektionen bei Geflüchteten in Sammelunterkünften
29. Mai 2020
Berlin – Nach der Vorlage der Rechtsvorordnung zur Erstattung von weiteren Tests auf das Coronavirus SARS-CoV-2, haben erste Verbände ihre Stellungnahmen abgegeben. So erklärte die Kassenärztliche
Coronakrise: Weiter Kritik an Kostenübernahme für zusätzliche Tests
29. Mai 2020
Berlin – Die gesetzlich vorgesehenen Ausgleichszahlungen für die Krankenhäuser reichen nicht aus, um die Erlösausfälle und Zusatzkosten durch die COVID-19-Pandemie zu kompensieren. Dadurch hat sich
Pandemie bringt viele Krankenhäuser in wirtschaftliche Schieflage
29. Mai 2020
Berlin − Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert-Koch-Institut (RKI) rund 560 Infektionen mit SARS-CoV-2 binnen eines Tages gemeldet. Zwar hatte das RKI am frühen Freitagmorgen die
RKI meldet 560 Neuinfektionen in Deutschland
29. Mai 2020
Berlin – Politiker von Grünen und Linken fordern eine gesetzliche Grundlage für die geplante Corona-Warn-App der Bundesregierung. Ein solches Gesetz solle einen Missbrauch der App ausschließen, ihren
Grüne und Linke wollen gesetzliche Grundlage für Corona-Warn-App
29. Mai 2020
Berlin – Die Nachverfolgung der Infektionen mit SARS-CoV-2 ist für die Gesundheitsämter nach eigenen Angaben derzeit beherrschbar. Auch der Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen
LNS LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER