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Ärzteschaft

Medizinstudierende kritisieren Flickenteppich bei den Staatsexamens­regelungen

Donnerstag, 16. April 2020

/Chinnapong, stock.adobe.com

Berlin – Die Medizinstudierenden im Marburger Bund (MB) haben ihre Kritik an den bun­desweit uneinheitlichen Regelungen zum zweiten Staatsexamen (M2) während der Coro­na­krise erneuert und kulante Regelungen der Bundesländer beim Start in das Praktische Jahr (PJ) gefordert.

„Durch die Absage der M2-Prüfung in den südlichen Bundesländern müssen viele Planun­gen für das anschließende PJ ad acta gelegt werden, wenn es keine Ausnahme­regelungen gibt“, erklärte Philipp Schiller, Vorsitzender des Sprecherrats der Medizinstudierenden im MB. Ohne solche Ausnahmen werde es eine Reihe von Examenskandidaten geben, die ihr PJ jetzt nicht antreten und somit in diesem Jahr auch nicht bei der Patientenversorgung mithelfen könnten.

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Hintergrund ist eine Ende März von Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) unter­zeichnete „Verordnung zur Abweichung von der Approbationsordnung für Ärzte bei einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite“.

Danach können die Länder selbst bestimmen, ob sie das M2 um ein Jahr auf April 2021 verschieben und ein „Hammerexamen“ (M2 und M3 gemeinsam) durchführen oder das M2 trotz der COVID-19-Pandemie regulär im April 2020 stattfinden lassen. In der Folge haben die Länder Bayern und Baden-Württemberg entschieden, das M2 auf kommendes Jahr zu verschieben.

In diesen Tagen ist die Bundesrepublik damt wieder ein Flickenteppich. Während Medi­zin­stu­dierende in Nordrhein-Westfalen ihr zweites Staatsexamen schreiben und Studie­rende in Berlin wählen können, müssen Studierende in Bayern und Baden-Württemberg in einem Jahr zum Hammerexamen antreten. „Dieses Prüfungschaos versteht kein Mensch mehr“, sagte Schiller. Er forderte „klare Ab­sprachen und kulante Ausnahmeregelungen zwischen den Ländern bezüglich des Starts des PJ“.

Wichtig sei, dass beispielsweise Studierende aus dem Süden, die ins PJ starten wollten, auch ohne Nachweis einer M2-Prüfung im Norden Deutschlands tätig werden können – obwohl hier die M2-Prüfung stattfindet und die norddeutschen Studierenden folglich mit abge­schlossenem M2 ins PJ gehen. „Die innerdeutsche PJ-Mobilität ist ein hohes Gut, die es unbedingt zu erhalten gilt“, betonte Schiller. © hil/aerzteblatt.de

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