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Medizin

Gesamtüberblick über Studien zu SARS-CoV-2 in Deutschland

Freitag, 17. April 2020

/lenets_tan, stock.adobe.com

Braunschweig/Köln − In der Bekämpfung des neuen Coronavirus SARS-CoV-2 werden auch in Deutschland zunehmend Medikamente in klinischen Studien getestet. Um einen deutschlandweiten Gesamtüberblick darüber zu ermöglichen und Forschende effektiv zu vernetzen, erfassen die Klinischen Studienzentren des Deutschen Zentrums für Infekti­ons­forschung (DZIF) an der Uniklinik Köln erstmalig alle Studienaktivitäten zum SARS-CoV-2 im Healex Site Management System (SMS), dem standortübergreifenden Studien­register des DZIF.

Alle in Deutschland geplanten und initiierten Studien sollen auf der DZIF-Webseite ein­ge­bettet werden, um so für Ärzte, Forscher, Patienten und Bürger sichtbar und auffindbar sein. Damit ermöglichen das DZIF und die Uniklinik Köln eine zentrale Anlaufstelle für Forschungsaktivitäten und klinische Studien zu SARS-CoV-2.

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Neben Basisinformationen zum Forschungsvorhaben werden auch Verantwortliche und beteiligte Studienzentren erfasst. So haben Forschende und Ärzte die Möglichkeit, sich mit Kollegen auszutauschen oder potenzielle Kooperationen und Studienzentren für ihre Studien zu identifizieren.

Die Übersicht listet am 17. April 2020 für Deutschland folgende klinische Forschungspro­jekte und Studien auf.

1. Therapiestudien

  • COMIHY: Hydroxychloroquin zur Behandlung der leichten COVID-19-Krankheit
  • ConVIDence: Eine offene Phase-2-Studie zur Bewertung der Wirksamkeit und Sicherheit der Behandlung von COVID-19 Patienten mit Plasma rekonvaleszenter Patienten
  • COVID-19 ACTT-EU/UK: Eine multizentrische, adaptive, randomisierte, verblindete, kontrollierte Studie zur Sicherheit und Wirksamkeit von Prüfmedikation zur Behandlung von COVID-19 bei stationär behandelten Erwachsenen − Studienversion für Zentren in der Europäische Union/Großbritannien
  • COVID-19 EFC16844: Eine adaptive Phase-2/3, randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studie zur Bewertung der Wirksamkeit und Sicherheit von Sarilumab bei hospitalisierten Patienten mit COVID-19
  • COVID-19 EFC16858: Eine adaptive Phase-2/3, randomisierte, offene, multinationale, multizentrische Studie zur Bewertung der Wirksamkeit und Sicherheit von Hydroxychloroquin bei hospitalisierten Patienten mit moderater bis schwerer COVID-19-Infektion
  • COVID-19 Hydroxychloroquine for COVID-19: Randomisierte kontrollierte Studie zur Untersuchung von Hydroxychloroquin im Vergleich zu Placebo zur Behandlung erwachsener Patienten mit akuter COVID-19-Erkrankung
  • COVID-19 WA42380: Eine randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte, multizentrische Studie zur Bewertung der Sicherheit und Wirksamkeit von Tocilizumab bei Patienten mit schwerer COVID-19-Pneumonie
  • COVID-19 XPORT-CoV-1001: Eine Phase-2 randomisierte, einfach verblindete Studie zur Bewertung der Aktivität und Sicherheit und von niedrig dosiertem oralen Selinexor (KPT-330) bei Patienten mit schwerer COVID-90 Infektion
  • CovidVal01: Dreiarmige, randomisierte Studie zur Behandlung von SARS-CoV-2 Infektionen (COVID-19) mit Valsartan oder Placebo
  • COVit: Verbesserung des Ernährungsstatus bezüglich Nicotinamid (Vitamin B3) und Verlauf der COVID-19-Erkrankung

2. Compassionate Use Programme

3. Nicht-interventionelle Studien, Biobanken, Register

  • Aspergillosis in COVID19 on ICU: Pulmonale Aspergillose bei Kritisch Kranken COVID19-Patienten auf der Intensivstation - eine Multinationale Explorative Studie
  • BioMaSOTA: Biologische Material Sammlung zur Optimierung Therapeutischer Ansätze
  • Corona und Kognition: Die Auswirkungen der Restriktionen durch das Coronavirus SARS-CoV-2 auf die kognitive Gesundheit und Demenzprävention
  • COVID-19 Case-Cluster-Study-Heinsbergstudie: Durch virologische Diagnostik, auch des Lebensumfeldes, sowie mittels einer Fragebogenstudie soll bewertet werden, inwieweit die durchgeführten Tests richtig waren und wie sich das Virus über Luft, über Oberflächen, Bedarfsgegenstände, Lebensmittel und Wasser gegebenenfalls übertragen kann. Zusätzlich sollen die Probanden im Hinblick auf Vorerkrankungen und Kausalketten (Reise, Nahrung, Tierkontakt) befragt werden, um hieraus Präventionsempfehlungen für die gesamtdeutsche und europäische Bevölkerung zu generieren.
  • COVID-19 LEOSS Register: Lean European Open Survey on SARS-CoV-2
  • COVID-19 Mobile Tests für Köln − Uniklinik: COVID-19 Mobile Tests für Köln
  • GPN Register für COVID-19: Register für GPN Register für COVID-19 (SARS-CoV-2-Infektionen) bei Kindern und Jugendlichen mit nephrologischer Grunderkrankung
  • Kidney in COVID-19: Kidney in Coronavirus Disease 2019 Register
  • Pa-COVID-19: Phenotyping-Plattform und longitudinale Registerstudie für COVID-19 Patienten an der Charité
  • RespVir Network: Respiratorisches Virusnetzwerk

4. Master Protokolle

  • COVID-19 Clinical Trials Master Protocol: Eine multizentrische, adapative, randomisierte, verblindete, kontrollierte Studie zur Sicherheit und Wirksamkeit einer Prüfmedikation zur Behandlung von COVID-19 bei hospitalisierten Patienten

5. SARS-CoV-2 Best Practice

  • FAQ SARS-CoV-2 bei Krebspatienten: "Frequently Asked Questions" zu SARS-CoV-2 bei Krebspatienten – Empfehlungen für Kliniker die Patienten mit onkologischen Erkankungen behandeln
© zyl/aerzteblatt.de

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Avatar #826947
Funkstille
am Dienstag, 28. April 2020, 06:57

Studien

Werden die Patienten mit schweren Verläufen auf B12-Mangel getestet?
Senioren, Diabetis, zuviel Magensäure, bei Jüngeren Mangel des Proteins Intrinsic Factor könnte doch passen.
Avatar #825960
Stauner
am Sonntag, 19. April 2020, 20:44

Warum keine Studie zu "Mund halten"?

Wo kommt das Virus her? Aus Mund und Nase des Infizierenden, sicherlich aber vorwiegend aus dessen Mund. Husten und Niesen kommen bei symptomlosen Menschen kaum vor, und es wäre wenig überraschend, wenn in der Mehrzahl der Infektionen das Virus beim Sprechen aus dem Mund käme. Zum Fremdschutz könnte man den Mund ganz einfach geschlossen halten, das geht auch ohne Gesichtsmaske. In Geschäften und öffentlichen Verkehrsmitteln könnte daher ein Schweigegebot eine wirksame unterstützende Maßnahme sein, vielleicht auch einfach auf freiwilliger Basis, zumal kaum Masken verfügbar sind. (Die Frage nach Toilettenpapier sollte erlaubt bleiben.) Umso erstaunlicher ist es, dass es gar keine Studien in dieser Richtung gibt. Ist das wirklich so einfach, dass niemand darauf kommt?
LNS

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