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Ausland

Brasiliens Präsident Bolsonaro feuert Ge­sund­heits­mi­nis­ter Mandetta

Freitag, 17. April 2020

Luiz Henrique Mandetta /picture alliance, Marcello Casal Jr, Agencia Brazil

Rio de Janeiro – Aufgrund von Meinungsverschiedenheiten über Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 hat der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro Ge­sundheitsminister Luiz Henrique Mandetta entlassen. Dies gab Mandetta selbst auf Twitter bekannt.

„Ich habe von Präsident Jair Bolsonaro gerade die Mitteilung über meine Entlassung ge­hört“, schrieb er nach einem Treffen mit Bolsonaro am Regierungssitz in Brasília. „Ich möchte mich für die Gelegenheit bedanken, den Umgang mit der Pandemie zu planen, die große Herausforderung, die vor unserem Gesundheitssystem steht.“

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Auf die Bekanntgabe hin demonstrierten Brasilianer in verschiedenen Städten des Lan­des. Bei sogenannten Panelaços etwa in Rio de Janeiro und São Paulo schlugen die Men­schen aus Protest auf Töpfe und Pfannen, auch „Bolsonaro raus“ – Rufe wurden aus offe­nen Fenstern laut.

Wie oft in Lateinamerika ist die Solidarität unter den Menschen groß, wer kann, folgt den internationalen Empfehlungen und bleibt zu Hause. Just davon hatten Bolsonaro und Man­detta unterschiedliche Auffassungen. Der Präsident verharmloste das Coronavirus als „Gripezinha“, löste Massenansammlungen aus und rief zur Rückkehr zur Normalität auf.

Der Ge­sund­heits­mi­nis­ter, seit Beginn der Regierung im Januar 2019 im Amt, vertrat Ein­schränkungen des öffentlichen Lebens und soziale Distanzierung. Ihre Positionen mach­ten beide öffentlich in Pressekonferenzen und Fernsehinterviews deutlich, woraufhin sich ihr Verhältnis in den vergangenen Wochen verschlechterte. „Die Brasilianer wissen nicht, ob sie auf den Präsidenten oder den Minister hören sollen“, sagte Mandetta in der belieb­ten TV-Sendung „Fantástico“.

Bolsonaro hatte Mandetta „fehlende Bescheidenheit“ vorgeworfen. Der Gesundheitsmi­nis­ter übertraf den Präsidenten an Beliebtheit. Einer Umfrage des Meinungsforschungs­insti­tuts Datafolha aus der vergangenen Woche zufolge befanden 33 Prozent der Befrag­ten Bolsonaros Umgang mit der Corona-Krise für gut, 76 Prozent den von Mandetta. Sei­ne Entlassung war im politischen Brasília seit geraumer Zeit erwartet worden. Als Nach­folger wird der Onkologe Nelson Teich gehandelt. © dpa/aerzteblatt.de

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