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COVID-19-Ausbruch: Potsdamer Klinikum räumt Versäumnisse ein

Montag, 20. April 2020

Klinikum Ernst von Bergmann, Potsdam /dpa

Potsdam − Nach dem schweren Ausbruch von Infektionen mit SARS-CoV-2 mit zahlrei­chen Todesfällen im Potsdamer Klinikum Ernst von Bergmann hat die Klinikleitung erst­mals Versäumnisse eingeräumt.

„Im Zeitraum vom 13. bis 26. März ist im Klinikum Ernst von Bergmann eine kritische Entwicklung im Rahmen der Corona-Pandemie nicht ausreichend erkannt worden“, teilte die Geschäftsführung vorgestern nach einer nichtöffentlichen Beratung im Hauptaus­schuss der Stadtverordnetenversammlung mit.

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Tatsächlich nachgewiesene und registrierte Infektionen bei einzelnen Mitarbeitern seien „nicht in einen inhaltlichen Zusammenhang gebracht und tiefgreifend analysiert worden“, hieß es in der Mitteilung weiter.

Dies betreffe insbesondere die Abteilungen Nephrologie, Urologie, Geriatrie und Allge­meinchirurgie. „Damit hätten im Rückblick unter Umständen noch fundiertere Entschei­dungen getroffen werden können“, so die Klinikleitung.

An dem größten Potsdamer Krankenhaus, das auch die Region versorgt, hatten sich seit Mitte März die Fälle von Infizierten mit SARS-CoV-2 und von Toten durch COVID-19 ge­häuft − bislang wurden dort nach Angaben der Stadt 37 Todesfälle gezählt.

Die Stadt Potsdam hatte Anfang April Ordnungswidrigkeitsverfahren gegen drei leitende Ärzte und zwei Mitglieder der Geschäftsführung eingeleitet. Dabei gehe es um mögliche Verstöße gegen Meldpflichten und beim Management des Corona-Ausbruchs in der Kli­nik, hatte Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) dazu erklärt. Außerdem drohte die Stadt der Klinikleitung in der vergangenen Woche ein Zwangsgeld an, weil die Klinik sich zunächst weigerte, eine Dokumentation zu dem Corona-Ausbruch zu übermitteln.

„Wir haben für das Misstrauen des Gesundheitsamtes und des Oberbürgermeisters abso­lut Verständnis − auch für Verfügungen und Anordnungen“, erklärte Klinik-Geschäftsführer Steffen Grebner vorgestern dazu. „Wir werden etwaige Versäumnisse − insbesondere im Zeitraum vom 13. bis 26. März − transparent aufarbeiten und aktiv informieren“, versprach Grebner.

Die Stadt hatte eine Dokumentation, die die Klinik Ende der Woche abgegeben hatte, als unvollständig gerügt. Vorgestern musste sich die Klinik-Leitung daher in einer nicht öffent­lichen Sondersitzung des Hauptausschusses den Fragen der Stadtverordneten stellen.

Oberbürgermeister Schubert wollte sich vorgestern nicht zu der Erklärung der Kliniklei­tung äußern. Morgen werde sich der Aufsichtsrat erneut mit den Vorgängen in der Klinik befassen, sagte Stadtsprecher Jan Brunzlow. Für übermorgen sei eine weitere Sitzung des Hauptausschusses anberaumt. © dpa/aerzteblatt.de

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