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Europäischer Forschungsrat fördert neurowissen­schaftliche Forschung

Donnerstag, 23. April 2020

/freshidea, stock.adobe.com

Göttingen – Der Europäische Forschungsrat (ERC) fördert Untersuchungen dazu, wie das Gehirn komplexe soziale Verhaltensweisen in Gruppen antreibt. Die Nachwuchsgruppe um Jan Clemens vom European Neuroscience Institute Göttingen (ENI-G) erhält dafür für fünf Jahre rund 1,5 Millionen Euro, wie das ERC mitteilte.

Die Forscher wollen untersuchen, wie das Gehirn die oft widersprüchlichen Informatio­nen von Interaktionspartnern in der Gruppe verarbeitet und bewertet, um das Sozialver­halten zu steuern. Der Fokus liegt dabei auf dem Verhalten in größeren Gruppen. Das For­schungsvorhaben soll neue Erkenntnisse über die zugrundeliegenden neuronalen Mecha­nismen liefern.

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Die Fruchtfliege Drosophila dient als Modellorganismus. Fruchtfliegen sammeln sich in Gruppen auf verrottenden Früchten, um zu fressen und sich zu paaren. Interaktionen mit anderen Fliegen, wie Balz oder Aggression, werden über den Geruch, das Aussehen und akustische Signale gesteuert.

„Mit Hilfe des maschinellen Lernens werden wir die Feinstruktur sozialer Interaktion quantifizieren und modellieren, um so die sozialen Hinweise zu identifizieren, die das Verhalten bestimmen“, erläutert Clemens.

Die „ERC Starting Grants“ dienen der Förderung von jungen Forschern mit abgeschlosse­ner Promotion und einer vielversprechenden wissenschaftlichen Erfolgsbilanz. Ziel ist, Forschungstalenten in Europa frühzeitig eine Perspektive zu bieten und sie zu halten. Sie sollen es jungen Wissenschaftlern ermöglichen, den Übergang von der angeleiteten Forschung zum unabhängigen und selbständigen Forscher zu schaffen. © hil/aerzteblatt.de

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