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Ärzteschaft

Lücken bei HPV-Impfquote von Jugendlichen

Dienstag, 21. April 2020

/dpa

Heidelberg – Auf gravierende Lücken bei der Impfung von Kindern und Jugendlichen gegen humane Papillomviren (HPV) hat das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg hingewiesen.

„Das DKFZ rät dringend: Nehmen Sie alle empfohlenen Impfungen wahr. Lassen Sie Ihre Kinder impfen, um sie vor vermeidbaren Krebserkrankungen zu schützen“, appellierte der wissenschaftliche Vorstand des DKFZ, Michael Baumann, gestern zum Auftakt der Euro­päischen Impfwoche vom 20. bis 26. April.

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HPV sind weit verbreitet und infizieren Frauen und Männer. Sie werden oftmals bereits beim ersten Sexualkontakt übertragen. Fast jeder Mensch infiziert sich im Laufe seines Lebens mit den Viren – wobei die Infektion meist unerkannt verläuft und von selbst wieder abklingt.

Etwa zwölf der mehr als 200 bislang bekannten HPV-Typen werden jedoch als krebserre­gend eingestuft. Allein für Deutschland gehen Fachleute davon aus, dass jährlich etwa 7.700 Menschen an HPV-bedingtem Krebs erkranken.

Seit 2018 empfiehlt die Ständige Impfkommission die HPV-Impfung für Jungen und Mäd­chen im Alter von 9 bis 14 Jahren. Noch allerdings ist die HPV-Impfquote mit etwa 31 Pro­zent bei den 15-jährigen Jugendlichen in Deutschland nicht ausreichend für einen flächendeckenden Schutz, der erst bei einer Durchimpfungsrate von mindestens 70 Pro­zent gegeben ist.

Wissenschaftler um Nobila Ouédraogo, Experte für öffentliche Gesundheit und Impfprä­ven­tion am DKFZ, haben jetzt zusammengestellt, welche Hindernisse der Umsetzung der HPV-Impfempfehlung entgegenstehen.

„Die Ursachen für die niedrigen Impfquoten sind durch das deutsche Impfsystem begrün­det, aber auch das Verhalten der Ärzte und der Eltern/Jugendlichen trägt dazu bei“, heißt es darin.

Mit dem Übergang vom Kindes- ins Jugendalter fielen Impfstrukturen für Jugendliche weg. Deshalb sei häufig nicht klar, wer für die HPV-Impfung zuständig sei. Außerdem gingen Jugendliche – eine wichtige Zielgruppe für die HPV-Impfung – selten zum Arzt und würden daher schlechter erreicht.

Aber auch an den Ärzten üben die Wissenschaftler Kritik: „Darüber hinaus empfehlen die Ärzte in ihren Sprechstunden die Impfung nicht ausreichend aktiv“, lautet der Vorwurf.

Zudem sei die Bevölkerung unzureichend über die HPV-Impfung informiert. In Deutsch­land fehle außerdem ein System für das zeitnahe Monitoring der HPV-Impfquoten und die Ableitung entsprechender Maßnahmen, heißt es in dem Papier. © hil/aerzteblatt.de

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