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Ärzteschaft

DGIM: Mindest­mengenregelung für Nierentrans­plantationen aussetzen

Dienstag, 21. April 2020

/dpa

Wiesbaden – Die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) warnt vor Spätfolgen der Coronakrise für die Versorgung von Nierentransplantationspatienten. Grund ist die vorgeschriebene Mindestmenge von 25 Nierentransplantationen pro Jahr, die die meisten Transplantationszentren in diesem Jahr nicht werden einhalten können.

„Etwa ein Drittel der deutschen Nierentransplantations-Zentren ist von einer dauerhaften Schließung bedroht“, sagte Jürgen Floege, Vorsitzender der DGIM, heute bei einer Online-Pressekonferenz. Der Direktor der Klinik für Nieren- und Hochdruckkrankheiten, rheuma­tologische und immunologische Erkrankungen an der Uniklinik der RWTH Aachen forder­te deshalb, die Mindestmengenregelung verlässlich bis auf Weiteres auszusetzen.

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Die Mindestmengenregelung des GB-A sieht zwar vor, dass der „Krankenhausträger wei­te­re Umstände zur Begründung der berechtigten mengenmäßigen Erwartung heranzie­hen“ kann, wobei ein weiterer Umstand „auch die COVID-19-Pandemie“ ist. Diese Formu­lierung ist der Internistengesellschaft allerdings noch zu „unscharf“.

Aktuell werden Nierentransplantationen meist verschoben, falls es sich nicht um ein Or­gan von einem verstorbenen Spender handelt. Durch das erforderliche Vorhalten von In­tensivkapazitäten für COVID-19-Patienten sei die Zahl der Intensivbetten begrenzt und man wolle insbesondere die Spender keinem Infektionsrisiko aussetzen, so die DGIM.

Die Patienten mit Niereninsuffizienz, die auf ein Spenderorgan warten, sind derweil so oder so Risikopatienten: Trotz Ansteckungsrisiken müssen sie dreimal in der Woche für mehrere Stunden in eine Praxis oder Klinik, um sich dort der Dialyse zu unterziehen.

Lange und regelmäßige Kontakte zu verschiedenen Ärzten, Pflegepersonal, Mitpatienten und Transportdiensten seien bei diesen mehrere Stunden dauernden Praxis- beziehungs­weise Klinikbesuchen kaum vermeidbar.

„Bei Menschen mit Nierenschädigungen handelt es sich um eine besonders anfällige Patientengruppe – durchschnittlich einmal im Jahr müssen sie stationär aufgenommen werden, weil sich ihr Gesundheitszustand temporär verschlechtert“, so Floege. Außerdem nähmen viele von ihnen Medikamente, die die Immunabwehr des Körpers schwächten, was sie zusätzlich zu Risikopatienten im Falle einer Ansteckung mit COVID-19 mache. © nec/aerzteblatt.de

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