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Medizin

Studie: Präeklampsie fördert mentale Störungen bei den Kindern

Dienstag, 21. April 2020

/didesign, stock.adobe.com

Helsinki − Eine hypertensive Erkrankung in der Schwangerschaft könnte der psychischen Gesundheit der Kinder schaden. Zu diesem Ergebnis kommt eine prospektive Beobacht­ungs­studie in Hypertension (2020; doi: 10.1161/HYPERTENSIONAHA.119.14140).

Bei etwa 5 bis 7 % aller Schwangeren kommt es zu einem Anstieg des Blutdrucks. Wenn eine Proteinurie und Ödeme (EPH-Gestose, Präeklampsie) hinzukommen, sind Gesundheit und Leben des Kindes durch eine intrauterine Wachstumsstörung gefährdet. Nicht selten muss die Geburt vorzeitig eingeleitet werden. Die Startchancen der Kinder sind dann schlechter als bei einem normalen Verlauf der Schwangerschaft.

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In der Vergangenheit ist bereits eine Reihe von epidemiologischen Studien den möglichen Folgen der intrauterinen Wachstumsstörung auf die spätere Gesundheit des Kindes nachgegangen. Zu den diskutierten Folgen gehören eine im späteren Leben erhöhte Anfälligkeit auf eine koronare Herzkrankheit, einen Typ-2-Diabetes, Krebs, Osteoporose und verschiedene psychiatrische Erkrankungen.

Ein Team um Marius Lahti-Pulkkinen von der Universität Helsinki hat jetzt untersucht, ob die Kinder häufiger mentale Störungen wie Angst, Depressionen oder Verhaltens­störungen haben. Grundlage der Untersuchung sind die Daten der PREDO-Studie („Prediction and Prevention of Preeclampsia and Intrauterine Growth Restriction“), die in Finnland 4.743 Mütter und ihre Kinder begleitet.

Die Kinder wurden zwischen 2006 und 2010 geboren. Am 31. Dezember 2016 hatten sie ein Alter von 6,4 bis 10,8 Jahren erreicht. Wenn bei den Müttern in der Schwangerschaft ein erhöhter Blutdruck diagnostiziert worden war, erkrankten die Kinder häufiger an mentalen Störungen. Die Assoziation war dosisabhängig.

Bei einer einfachen Präeklampsie stieg das Risiko der Kinder auf mentale Störungen um 66 % (Hazard Ratio 1,66; 95-%-Konfidenzintervall 1,14 bis 2,42). Bei einer schweren Präeklampsie war das Risiko doppelt so hoch (Hazard Ratio 2,01; 1,08 bis 3,73) wie bei Kindern, deren Mütter in der Schwangerschaft einen normalen Blutdruck hatten.

Wenn zu den hypertensiven Störungen weitere Risikofaktoren wie Übergewicht/ Fettleibigkeit oder ein Diabetes hinzu kamen, war das Risiko auf mentale Störungen mehr als 3-fach erhöht. Von den Kindern, deren Mütter keines der Risiken aufwies, erkrankten nur 6,6 %. Wenn alle 3 Risikofaktoren vorlagen, waren 22,2 % der Kinder psychisch auffällig.

Die Ergebnisse unterstreichen nach Ansicht von Lahti-Pulkkinen die Notwendigkeit, hypertensive Erkrankungen in der Schwangerschaft nach Möglichkeit vorzubeugen und einen erhöhten Blutdruck zu behandeln. Die Ergebnisse würden aber auch neues Licht auf die Ätiologie von psychischen Störungen im Kindesalter werfen, deren Ursachen offenbar häufig bis in die Zeit vor der Geburt zurückreichen. © rme/aerzteblatt.de

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