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Ausland

Helfer warnen vor Verstärkung der Heuschreckenplage in Afrika

Dienstag, 21. April 2020

/picture alliance, Sven Torfinn, FAO

München/Addis Abeba − Die weltweiten Maßnahmen gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 haben nach Angaben der SOS-Kinderdörfer zu einem Rückschlag im Kampf gegen die Heuschrecken­plage in Afrika geführt. ­­­­­­­­­

„Das größte Problem ist, dass weltweit kaum noch Flugzeuge operieren und nicht genü­gend Pestizide ankommen“, erklärte Ayele Sebaro, Nothilfekoordinator der Hilfsorganisa­tion in Ost- und Südafrika, heute in einer Mitteilung aus München. Auch die strengen Ausgangsbeschränkungen erschwerten die Eindämmung der Heuschreckenplage.

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„Die Farmer können sich jetzt nicht mehr zusammenschließen, um die Insekten zu be­kämpfen oder gemeinsam ein Flugzeug oder motorisierte Sprüh­maschinen zu mieten“, betonte Sebaro. „So wichtig der Kampf gegen Corona ist: Wir dürfen dafür nicht riskieren, dass Menschen durch die Heuschreckenplage an Hunger sterben, weil sie keine Ernten einfahren.“

Schon jetzt litten 20 Millionen Menschen in den am meisten betroffenen oder bedrohten Ländern Kenia, Äthiopien, Somalia, Uganda, Südsudan und Tansania an akutem Hunger. Besonders schlimm sei die Situation in Kenia, das derzeit die größte Heuschreckenplage seit 70 Jahren erlebe, hieß es.

„Anfang Mai wird bereits die Folgegeneration schlüpfen. Wenn wir nicht schnell handeln, werden die Schwärme nach Prognosen der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) aufgrund der beginnenden Regenzeit um ein Zwanzigfaches anwachsen“, so Sebaro. Bis Juni könne die Zahl der Insekten sogar 400 Mal größer sein.

Da in den betroffenen Ländern aktuell die Pflanzsaison begonnen habe, befürchtet Se­ba­ro, dass der Schaden gewaltig sein werde. Bereits ein kleiner Schwarm von der Größe ei­nes Quadratkilometers vernichte die tägliche Nahrungsmittelration für 35.000 Menschen. Der größte Schwarm in Kenia umfasste den Angaben zufolge bislang 2.400 Quadratkilo­met­er.

„Es muss sichergestellt werden, dass die Pestizide ankommen. Die Maßnahmen müssen sogar noch ausgeweitet und die Betroffenen mit Lebensmitteln und neuem Saatgut un­ter­stützt werden“, forderte Sebaro. Die SOS-Familienstärkung unterstützt demnach Kinder und Eltern und stellte in Äthiopien ein Nothilfeprogramm für Betroffene der Heu­schre­ckenplage auf. © kna/aerzteblatt.de

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