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Vermischtes

Neues Verfahren zur hygienischen Aufbereitung von FFP-Masken

Mittwoch, 22. April 2020

/joef, stock.adobe.com

Berlin – FFP2- und FFP3-Masken und Schutzkleidung sind in Krankenhäusern nach wie vor Mangelware. Um medizinisches und pflegerisches Personal im Umgang mit COVID-19-Patienten trotzdem besser zu schützen, hat Helios nach eigenen Angaben ein sicheres Verfahren zur Wiederaufbereitung der FFP-Masken entwickelt.

Es geht laut Aussage des Klinikkonzerns deutlich über die vom Robert-Koch-Institut (RKI) vorgegebene Sicherheitsstufe hinaus und ermögliche so eine Wiederverwendung ohne Personalisierung. Ab sofort könnten bei Helios durch das Verfahren täglich 8.000 Masken aufbereitet werden, hieß es.

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Das Verfahren besteht aus mehreren Schritten. So werden die Masken zunächst nach RKI-Empfehlung trocken für 35 Minuten bei 70 Grad in sogenannten Reinigungs- und Desin­fektionsgeräten behandelt. Anschließend erfolgt zusätzlich die Aufbereitung in Umluft-Konvektoren bei 70 bis 75 Grad über insgesamt neun Stunden.

Diese beiden Verfahren in Kombination führen Helios zufolge zu einem Aufbereitungs­wert A0 von 3.000. Zum Vergleich: Nach dem durch das RKI beschriebenen Verfahren wird ein A0-Wert von 60 erreicht; dabei gilt, je höher der A0-Wert, desto größer ist die Desinfek­tionswirkung.

Das A0-Verfahren ist weltweit anerkannt bei der Desinfektion und Aufbereitung von me­dizinischen Instrumenten und Materialien. Der Einsatz eines entsprechend hohen A0-Wer­tes findet bei allen Desinfektionsprozessen statt, wo Medizinprodukte auf Haut oder Schleimhaut angewendet werden.

„Wir konnten nachweisen, dass Erreger von COVID-19, aber auch andere Krankheits­erre­ger, in unserem Verfahren sicher abgetötet werden. Dies ist eine Voraussetzung dafür, dass die Masken nicht personalisiert ausgegeben werden müssen und von jedem als neu­wertig genutzt werden können,“ erklärte Karl-Heinrich de Roi, Geschäftsbereichsleiter Infrastruktur bei Helios.

An der Entwicklung des Verfahrens arbeiteten unter der Leitung von de Roi Experten aus den Bereichen Hygiene, Arbeitssicherheit, medizinische Sterilisation und Logistik zusamm­en.

Angesichts der angespannten Versorgungslage mit medizinischen Masken hat sich Helios gegen eine kommerzielle Nutzung des Verfahrens entschieden. Stattdessen macht der Konzern die genaue Verfahrensanweisung anderen Kliniken via Internet per Mausklick zugänglich.

„Uns ist wichtig, dass nicht nur für uns, sondern für alle Anbieter im medizinischen Be­reich ausreichend Schutzmaterialien vorhanden sind. Daher stellen wir das Verfahren zur Nachahmung online und unterstützen gern mit unseren Erkenntnissen“, so Enrico Jensch, COO bei Helios Deutschland.

Darüber hinaus sind auch einzelnen Entwicklungsschritte des Verfahrens – gescheiterte wie erfolgreiche – in einem Paper öffentlich zugänglich. © hil/sb/aerzteblatt.de

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