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Medizin

Glaukom: Gentherapie könnte Augeninnendruck senken

Mittwoch, 6. Mai 2020

/Mediteraneo, stock.adobe.com

Bristol − Eine einmalige Injektion in den Augapfel könnte Patienten mit Glaukom in Zukunft die tägliche Anwendung von Augentropfen ersparen. Britische Forscher stellen in Molecular Therapy (2020; DOI: 10.1016/j.ymthe.2019.12.012) eine Gentherapie vor, die sie an Mäusen erfolgreich erprobt haben.

Weltweit müssen Millionen von Glaukompatienten täglich Augentropfen anwenden, um ihren Augeninnendruck zu senken. Die Behandlung hat sich in klinischen Studien als effektiv erwiesen, und sie könnte vermutlich viele Erblindungen verhindern. Die Behandlung wird jedoch von vielen Patienten als unangenehm empfunden und deshalb häufig nicht konsequent durchgeführt.

Ein Team um Colin Chu von der Universität Bristol hat als Alternative eine Gentherapie entwickelt. Sie besteht aus der einmaligen intravitrealen Injektion eines Virus, das die Zellen des Ziliarkörpers infiziert. Dort wird das Augenwasser produziert, dessen erhöhter Druck bei der Mehrzahl der Glaukom-Patienten für die Schädigung des Sehnerven und die etwaige Erblindung verantwortlich ist.

Das Adeno-assoziierte Virus infiziert die Zellen des Ziliarkörpers und lädt in ihnen seine Fracht ab. Die Fracht besteht aus einem CRISPR-Cas-9-Komplex, der in der DNA der Zellen das Gen für das Protein Aquaporin 1 zerstört. Aquaporine sind Membranpumpen, die im Ziliarkörper an der Produktion des Augenwassers beteiligt sind.

Die Forscher haben die Behandlung zunächst an gesunden Mäusen erprobt. Nach der einmaligen Injektion kam es zu einem Rückgang des Augeninnendrucks um 2,9 mm Hg oder 22 %. Dies liegt laut Chu in dem Bereich, der bei Glaukom-Patienten langfristig eine Erblindung verhindern kann.

Im nächsten Schritt wurden Mäuse behandelt, bei denen durch eine Behandlung mit Steroiden oder durch eine Verlegung der Augenwasserdrainage im vorderen Augen­winkel ein Glaukom erzeugt wurde. In beiden Modellen konnte durch die Gentherapie der Augeninnendruck gesenkt werden. Bei dem zweiten Modell konnte auch das Absterben von Ganglienzellen in der Netzhaut verhindert werden.

Abschließend haben die Forscher den CRISPR-Cas-9-Komplex an menschlichen Zellkulturen untersucht. Auch hier konnte das Gen für Aquaporin 1 zerstört werden. Chu ist deshalb sicher, dass die Behandlung auch beim Menschen wirksam wäre. Er hofft deshalb, schon bald mit einer ersten klinischen Studie beginnen zu können.

Zu den möglichen Risiken könnte eine durch die Infektion ausgelöste Entzündung im Ziliarkörper gehören, zu der es bei den behandelten Mäusen in 2 von 23 Augen kam. Die Sicherheit der Therapie muss deshalb in klinischen Studien genau untersucht werden. © rme/aerzteblatt.de

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Avatar #550935
Dr. med. Armin Conradt
am Mittwoch, 6. Mai 2020, 20:16

Wer wird sich ein Virus....

... In seine Augen injizieren lassen?
Mit einer unsicheren Erfolgsquote und einer unsicheren Entzündungslokalisation bei möglichen genetischen Virusveränderungen...
Schade, daß für einen derartigen Nonsens Forschungsgelder verwendet werden.
LNS

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