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Politik

Krankenhaus­gesellschaft: Kurzarbeit in Kliniken kein flächendeckendes Thema

Mittwoch, 22. April 2020

/upixa, stock.adobe.com

Berlin − Kurzarbeit ist in den Kliniken in Deutschland nach Angaben der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) momentan insgesamt kein größeres Thema. Man habe keine Zahlen dazu, sagte ein DKG-Sprecher auf Nachfrage. „Kurzarbeit in Kliniken ist aber kein flächendeckendes Phänomen.“ Man habe von einzelnen Fällen in Kliniken gehört, die eventuell Kurzarbeit planten, sagte der Sprecher weiter.

Hintergrund ist, dass wegen der Coronakrise Behandlungen und Operationen verschoben wurden, um Kapazitäten für mögliche COVID-19-Fälle vorzuhalten. Laut DKG besteht „im Kernbereich der medizinischen Versorgung“ dennoch für Kliniken keine Veranlassung für Kurzarbeit. Es gebe einen Schutzschirm für die Kliniken, der finanziellen Ausgleich schaffe.

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Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) verwies heute in Berlin auf das wegen der Coronapandemie beschlossene Krankenhausentlastungsgesetz. Demnach bekommen Kliniken für freigehaltene Betten eine Pauschale von 560 Euro pro Tag. Spahn zufolge geht es in den Krankenhäusern nun darum, „schrittweise in eine neue Normalität“ zu kommen, in der auch planbare Operationen wieder stattfinden.

Die medizinischen Fachgesellschaften erarbeiten demnach gerade Konzepte dafür. Das beantworte dann auch die Frage von Kurzarbeit, sagte Spahn. „Wir wollen ja nicht auf Dauer 40 Prozent der Intensivbeatmungsbetten in Deutschland freihalten. Das ist auch nicht notwendig.“

In den vergangenen Tagen waren erste Fälle von Kurzarbeit bekannt geworden. Von Ärzteverbänden hatte es daran massive Kritik gegeben. © dpa/aerzteblatt.de

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michaelkohlhaas
am Mittwoch, 22. April 2020, 17:00

Mitnahmeeffekte?

Immer mehr Kliniken haben Kurzarbeit für Ihre Ärzte und Pflegekräfte beantragt. Ein besonders perfides Beispiel ist die renommierte Sportklinik in Lüdenscheid. Hier sind die Verwaltungsangestellten in Vollzeit geblieben, während Ärzte und Pflege in Kurzarbeit geschickt wurden. Trotzdem finden mehr Operationen statt als an anderen Häusern. Anderswo werden die Verwaltungsmitarbeiter in Kurzarbeit geschickt und die patientennahen Bereiche werden in Vollzeit belassen. Riecht nach Mitnahmeeffekt auf Kosten der Solidargemeinschaft. Kliniken, die in solchen Zeiten nicht auch soziale Verantwortung tragen, sollten bestraft werden. Die Drohung der Insolvenz reicht immer aus, um Presse und Mitarbeiter zum Schweigen zu bringen. Außerdem interessiert es gerade keinen, schließlich haben wir Krise und andere Probleme. Mir fehlt der mediale Aufschrei angesichts offensichtlicher Mißstände. Ich hoffe nach der Krise wird auch das Verhalten der Geschäftsführungen aufgearbeitet.
LNS

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