NewsÄrzteschaftKassenärzte und Krankenhäuser fordern Nachbesserungen am zweiten Pandemiegesetz
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Kassenärzte und Krankenhäuser fordern Nachbesserungen am zweiten Pandemiegesetz

Donnerstag, 23. April 2020

/picture alliance

Berlin – Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und Deutsche Krankenhausgesell­schaft (DKG) fordern Nachbesserungen und Präzisierungen am geplanten „Zweiten Gesetz zum Schutz der Bevölkerung bei einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite“.

Der Entwurf des Gesetzes sieht unter anderem vor, dass COVID-19-Tests künftig auch auf Menschen ohne Symptome ausgeweitet werden. Die Tests sollen in allen Fällen von der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) bezahlt werden, auch solche, die künftig vom Gesundheitsamt angeordnet werden.

Anzeige

Die KBV weist daraufhin, dass eine rein zahlen­mäßige Testausweitung kein Wert an sich sein sollte. „Die medizinische Einschätzung zur Notwendigkeit eines Tests kann und muss immer Voraussetzung jeder Maßnahme im Kampf gegen die Pandemie sein“, teilte die KBV mit.

Kritisch sieht die KBV auch die geplante Meldung von Genesenen. „Es gibt keine einheit­li­chen Kriterien für die Genesung – die Regelung erscheint unpraktikabel“, kritisieren die Kassenärzte. Zudem weist die KBV daraufhin, dass für die Versicherten keine Verpflich­tung besteht, nach einer Genesung sich einem Arzt vorzustellen.

Die KBV kritisiert weiterhin, dass Ärzte in der ambulanten spezialfachärztlichen Versor­gung bislang nicht vor Honorareinbußen in Folge der COVID-19-Pandemie geschützt sind. „Ebenfalls für diese Ärzte sollten Ausgleichsmaßnahmen bei einem Honorarverlust vorgesehen werden“, fordert die KBV.

Bereits gestern hatte die Bundes­ärzte­kammer (BÄK) die vorgesehene Stärkung des Öffentlichen Gesundheitsdienstes begrüßt. „Allerdings reichen diese bei weitem nicht aus, um die seit vielen Jahren bestehende chronische personelle Unterbesetzung in den Gesundheitsämtern zu beheben“, so die Einschätzung der BÄK.

Die DKG begrüßte die geplante Ausweitung der COVID-19-Tests. „Alle Patienten und alle Mitarbeiter müssten mindestens einmal pro Woche getestet werden können. Das führt bei mindestens 500.000 Personen pro Woche natürlich zu erheblichen Mehrkosten, die den Kliniken refinanziert werden müssen. Dies sollte mit dem Gesetz geregelt wer­den“, so die DKG.

Die Krankenhausgesellschaft fordert außerdem mehr Geld, weil „die Freihalte­pauschale von 560 Euro für die große Zahl der nicht belegten Intensivbetten unzureichend ist“.

Die DKG gesteht zu, „dass derzeit nur circa 3.000 Intensivbetten für Coronapatienten ge­braucht werden, konnte bei der Konzeption der Finanzierungsregelungen des Rettungs­schirms nicht erwartet werden“. Nun müsse die Freihaltepauschale für die Intensivbetten aber deutlich erhöht werden, so die Forderung. © hil/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

27. Mai 2020
Berlin − Deutlich mehr Personengruppen sollen künftig regelmäßig auf SARS-CoV-2 getestet werden. Dazu sollen neben Mitarbeitern in Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen auch Schüler, Lehrer,
Verordnung: Mehr Tests für Pflege, Kitas und Schulen
27. Mai 2020
Berlin – Ein grundsätzliches Umdenken in der Krankenhausversorgung in Deutschland fordert die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina. In der Coronakrise habe sich gezeigt, dass das
Leopoldina fordert Umdenken bei Krankenhausversorgung
27. Mai 2020
Berlin − Das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium hat gespendete Tabletten des Medikaments Chloroquin an den Pharmakonzern Bayer zurückgegeben. Das berichtet das Magazin Business Insider. Demnach hat
Ministerium gibt gespendete Chloroquintabletten zurück
27. Mai 2020
Berlin − Bund und Länder haben sich gestern Abend grundsätzlich darauf verständigt, dass die Kontaktbeschränkungen – also die Vorgaben, wie viele Menschen sich wo treffen dürfen – in der
Bund und Länder verlängern Kontaktbeschränkungen bis Jahresmitte
27. Mai 2020
Berlin − Die Bundesregierung will die Öffnung von Kitas einem Medienbericht zufolge mit einer großangelegten Studie zu deren Rolle im Coronapandemiegeschehen begleiten. Die in enger Abstimmung
Studie zur Rolle von Kitas im Pandemiegeschehen geplant
27. Mai 2020
Berlin − Die lokalen Behörden haben dem Robert-Koch-Institut (RKI) 362 Neuinfektionen von SARS-CoV-2 binnen eines Tages gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Krise mehr als 179.300 Menschen
362 Neuinfektionen in Deutschland gemeldet
27. Mai 2020
Berlin − Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) hat Menschen mit Beschwerden aufgefordert, sich trotz der Coronakrise behandeln zu lassen. Er könne „alle Kranken, chronisch wie akut Kranke,
LNS LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER