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Mehr Krankschreibungen wegen Atemwegserkrankungen

Donnerstag, 23. April 2020

/Kzenon, stock.adobe.com

Berlin – In Deutschland steigen die Zahlen bei den Krankschreibungen leichter Atem­wegs­erkrankungen an. Das zeigen zwei Analysen der Barmer und der AOK Rheinland-Pfalz/Saar­land unter deren Mitgliedern.

Bei der Barmer hat sich demnach durch die Coronapandemie die Zahl der Krankschrei­bun­gen aufgrund von Atemwegserkrankungen im Vergleich zum Vorjahr mehr als ver­doppelt. Während vom 22. bis 28. März rund 150.000 bei der Krankenkasse Versicherte krankge­schrieben waren, waren es im Vorjahreszeitraum vom 24. bis 30. März 2019 nur rund 67.000 Menschen gewesen – ein Zuwachs von mehr als 120 Prozent. Etwas mehr als 5.500 Betroffene, die bei der Barmer versichert sind, waren an COVID-19 erkrankt.

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Am häufigsten waren die Versicherten mit typischen Erkrankungen der oberen und un­te­ren Atemwege wie zum Beispiel Entzündungen der Nasennebenhöhlen oder Bronchitis arbeitsunfähig – dies waren 112.000 Fälle Es folgten rund 22.800 Versicherte mit Infek­ten wie etwa Schnupfen. An Grippe waren lediglich etwa 4800 Versicherte erkrankt.

Einen starken Zuwachs der Krankschreibungen gab es demnach ab Mitte März. Zu diesem Zeitpunkt wurde bundesweit die Möglichkeit geschaffen, dass sich Patienten nach einem Telefongespräch mit ihrem Arzt arbeitsunfähig schreiben lassen konnten, ohne in die Pra­xis kommen zu müssen. Die Menschen seien offensichtlich deutlich vorsichtiger gewor­den, um ihre Kollegen nicht anzustecken, erklärte die Barmer.

Bei der AOK Rheinland-Pfalz/Saarland sehen die Zahlen ähnlich aus. Bis Mitte Februar (8. Kalenderwoche) waren 6.250 AOK-versicherte Arbeitnehmer mit Atemwegsproblemen arbeitsunfähig gemeldet, Anfang April (14. Kalenderwoche) waren es schon 12.166 Mit­glie­der – und damit fast doppelt so viele.

„Wir stehen bei den Arbeits­unfähigkeits­bescheinigungen wegen der Coronapandemie erst am Anfang“, sagte die Vorstandsvorsitzende der AOK Rheinland-Pfalz/Saarland, Martina Niemeyer. „Für die kommenden Wochen sind Steigerungen zu erwarten.“ Sie appellierte daher an die Menschen, die Abstands- und Hygieneregelungen strikt einzuhalten. © dpa/afp/aerzteblatt.de

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