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Ärzteschaft

Stammzellbank für überschüssige Blutstammzellen geplant

Freitag, 24. April 2020

Unter „Kryokonservierung“ versteht man das Aufbewahren von Zellen oder Gewebe durch Einfrieren in Stickstoff. /DKMS

Tübingen/Dresden – Die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) plant eine Stamm­zellbank, in der überschüssige Blutstammzellen von unverwandten Spendern eingefroren und gelagert werden sollen. Die Zellbank soll noch in diesem Jahr in Dresden in Betrieb gehen.

„Nach unserer Erfahrung mobilisieren viele Spender wesentlich mehr Stammzellen, als ein einzelner Patient tatsächlich benötigt“, sagte Alexander Platz, Medizinischer Direktor der DKMS-Nabelschnurblutbank und künftigen DKMS-Stammzellbank. Die bei einer Stammzellspende überzähligen Zellen sollen daher künftig kryokonserviert werden.

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„Unser Ansatz ist sehr besonders, unkompliziert und für unsere Spender zu 100 Prozent ethisch vertretbar. Es ist kein zusätzlicher Aufwand damit verbunden, da wir nur Spender fragen werden, die ohnehin für einen bestimmten Patienten spenden. Auf diese Weise könnten unsere Spender mit einer Spende zwei Leben retten“, so Platz.

„Gegenwärtig ist es einigen Spendern nicht erlaubt oder sie scheuen sich, zu den Ent­nahmezentren zu reisen, um ihre lebensrettende Blutstammzellspende durchzu­führen“, erläuterte Alexander Schmidt von der DKMS das Vorhaben.

Daher planen man den Aufbau einer Stammzellbank, die kryokonservierte periphere Blutstammzellprodukte von nicht verwandten Spendern voraussichtlich bis Ende dieses Jahres herstellen, lagern und auf Anfrage zur Verfügung stellen werde. Auf diese Weise könne man auch in Krisenzeiten wie diesen Blutstammzellen für bedürftige Patienten zur Verfügung stellen.

Ist für einen Patienten ein passender Stammzellspender gefunden, dauert es normaler­weise mehrere Wochen, bis die Stammzellen dem Spender entnommen und auf den Pa­tienten transplantiert werden können. Im Gegensatz dazu seien kryokonservierte Blut­stammzellen viel schneller verfügbar.

Die Kryokonservierung hat den Vorteil, dass sie Transplantationen ohne lange Warte­zei­ten und ohne das Risiko, dass etwas im Weg steht, ermöglicht. Das sei die anfängli­che Motivation gewesen, als man mit der Planung der DKMS-Stammzellbank begonnen habe, hieß es.

„Jetzt, angesichts der Coronakrise, erkennen wir umso mehr die große Relevanz dieses Projekts, zumal eine zweite Pandemiewelle die Welt treffen könnte“, sagte Elke Neujahr, Chief Executive Officer der DKMS. © hil/aerzteblatt.de

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