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SARS-CoV-2: Studie in Großbritannien mit bis zu 300.000 Menschen

Donnerstag, 23. April 2020

/MyriamB, stock.adobe.com

London − Großbritannien will die Verbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2 in der Bevöl­kerung in einer großangelegten Studie erfassen. Innerhalb eines Jahres sollen bis zu 300.000 Menschen untersucht werden, wie die Regierung in London heute mitteilte. Zwischenergebnisse sollen demnach bereits Anfang Mai vorliegen. Auf deren Grundlage solle dann auch über Lockerungen der strengen Coronamaßnahmen entschieden werden.

In einer ersten Phase der Studie soll den Regierungsangaben zufolge eine Gruppe von 25.000 Menschen, die repräsentativ für die britische Gesamtbevölkerung ist, regelmäßig auf das Coronavirus getestet werden. Eine weitere Gruppe Erwachsener aus rund tausend Haushalten soll zudem regelmäßig Antikörper-Tests unterzogen werden.

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Ge­sund­heits­mi­nis­ter Matt Hancock erklärte, die großangelegte Studie werde Aufschluss über das „derzeitige Ausmaß der Übertragungsrate und Infektionen im Vereinigten König­reich“ geben und zugleich „wichtige Fragen zur Immunität“ in der Bevölkerung beantwor­ten.

Die Studienergebnisse würden den Behörden wichtige Erkenntnisse über die tatsäch­liche Ausbreitung des Virus in der Bevölkerung geben und damit auch Vorhersagen für die Zu­kunft erlauben, sagte Hancock. Auf der Basis der Ergebnisse könne über künftige Maß­nah­men entschieden werden, „darunter − ganz entscheidend − auch die Entwicklung bahn­brechender neuer Testmöglichkeiten und Behandlungen.“

Der leitende Amtsarzt für England, Chris Whitty, hatte gestern gesagt, dass es noch keine zuverlässigen Antikörpertests gebe, mit denen festgestellt werden könne, ob ein Mensch eine Coronainfektion bereits hinter sich hat. „Wir haben noch keinen Test, der so gut ist wie wir es wollen“, sagte Whitty. Er hoffe jedoch, dass ein solcher Test „in ziemlich naher Zukunft“ entwickelt werde.

Großbritannien gehört zu den am schwersten von der Pandemie betroffenen Ländern der Welt. Allein in den Krankenhäusern des Landes wurden mehr als 18.000 Coronatote ge­zählt. Experten gehen von einer hohen Dunkelziffer aus, da in der offiziellen Statistik nicht die Menschen erfasst sind, die zu Hause oder in Pflegeheimen an den Folgen einer Coronainfektion gestorben sind.

Die Regierung in London geriet wegen ihres Krisenmanagements zuletzt verstärkt unter Beschuss. Die oppositionelle Labour-Partei wirft Premierminister Boris Johnson und sei­nem Kabinett vor, zu spät auf die Pandemie reagiert zu haben. Johnson musste wegen einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus zwischenzeitlich auf einer Intensivstation behandelt werden. © afp/aerzteblatt.de

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