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Ausland

WHO sollte Befugnisse wie UN-Waffeninspekteure bekommen

Donnerstag, 23. April 2020

/shaadjutt36, stockadobecom

Sydney – Australiens Premierminister Scott Morrison hat sich dafür ausgesprochen, dass die Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) mit ähnlichen Befugnissen ausgestattet wird wie UN-Waffeninspekteure. WHO-Mitgliedstaaten sollten verpflichtet werden, unabhängige Gesundheitsexperten auf ihrem Staatsgebiet zu Ermittlungen bei neuen Virusausbrüchen zuzulassen, sagte Morrison heute vor Journalisten. Dies sollte zur Bedingung für eine WHO-Mitgliedschaft werden.

„Wenn man Mitglied einer Organisation wie der WHO wird, sollte dies mit Verpflichtun­gen und Verantwortung verbunden sein“, sagte der Premier weiter. Es Experten zu ermög­lichen, wie „Waffeninspekteure“ schnell Untersuchungen vorzunehmen, könne Leben retten. „Ich denke, dass die Menschen lieber früher als später wissen möchten, was mit einem besonders gefährlichen Virus passiert, das das Potenzial hat, das zu tun, was dieses Virus der Welt angetan hat“, sagte Morrison.

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Der australische Premier soll die Forderung in den vergangenen Tagen bei mehreren Telefonaten mit Staats- und Regierungschefs gestellt haben, darunter mit US-Präsident Donald Trump. Trump hatte gewarnt, dass China Konsequenzen drohten, sollte das Land „bewusst verantwortlich“ für die Pandemie sein.

US-Außenminister Mike Pompeo hatte China gestern gedrängt, Inspekteure in bestimm­ten Laboren zuzulassen. Er zeigte sich besorgt über die Sicherheit in den Laboren vor dem Hintergrund der Coronapandemie. Pompeo schloss nicht aus, dass das tödliche Virus aus einem Labor im chinesischen Wuhan kam. Peking hat dies wiederholt bestritten.

In der Corona-Pandemie starben weltweit bereits mehr als 180.000 Menschen. 2,6 Millionen Menschen weltweit haben sich infiziert. Zahlreiche Länder versuchen das Virus mit strikten Maßnahmen wie Kontaktverboten und Ausgangsbeschränkungen einzu­dämm­en. Australien hat sich zuletzt bereits für eine unabhängige Untersuchung zum weltweiten Umgang mit dem Virus stark gemacht, darunter zum Umgang der WHO mit der Krise sowie zu Chinas anfänglicher Reaktion auf die Verbreitung in Wuhan.

Nachdem die USA ihre Zahlungen an die Welt­gesund­heits­organi­sation WHO gestoppt haben, hat China unterdessen eine Erhöhung seines Beitrags angekündigt. Peking werde der WHO weitere 30 Millionen Dollar (28 Millionen Euro) zur Bekämpfung der Corona­pan­demie zur Verfügung stellen, zusätzlich zu bereits zugesagten 20 Millionen Dollar, erklärte ein Sprecher des Außenministeriums in der chinesischen Hauptstadt.

China wolle auf diese Weise „den weltweiten Kampf gegen COVID-19 unterstützen und die Gesundheitssysteme von Entwicklungsländern stärken“. Die Zahlung sei ein Zeichen „der Unterstützung und des Vertrauens in die WHO“, fügte der Sprecher hinzu.

Die USA sind der größte Beitragszahler der WHO, haben aber vergangene Woche ange­kündigt, ihre Zahlungen einzustellen. US-Präsident Donald Trump wirft der WHO „Miss­management“ in der Coronakrise und Einseitigkeit zugunsten Chinas vor. Der US-Schritt hatte weltweite Empörung ausgelöst. © afp/aerzteblatt.de

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Dr. med. Armin Conradt
am Donnerstag, 23. April 2020, 18:55

Die Corona-Krise beweist,

dass die WHO strukturell erhebliche Defizite aufweist. Vor allem die Leitung der WHO muss umstrukturiert werden. Es kann nicht sein, dass ein kommunistischer Generaldirektor aufgrund seiner Nähe zum Regime Chinas, für die Menschheit überlebenswichtige Informationen zur Verbreitungsart von Covid 19 zurückhält.
Es kann nicht sein, dass die Entscheidung, Covid19 zur Pandemie hochzustufen, zu spät kommt.
So wichtig und sinnvoll die WHO für die Gesundheit und das Überleben der Menschheit auf der Erde ist, so wichtig ist auch die Bestellung einer unabhängigen, parteilosen Führung.
LNS

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