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SARS-CoV-2: Nachweis bei Katzen, Experten schätzen Infektionsrisiko gering ein

Donnerstag, 23. April 2020

/denissimonov, stock.adobe.com

Washington − In den USA ist erstmals in Haustieren das Coronavirus SARS-CoV-2 nachge­wiesen worden. Zwei Hauskatzen im Bundesstaat New York seien positiv auf SARS-CoV-2 getestet worden, teilte die US-Gesundheitsbehörde CDC mit. Beide Tiere, die an verschie­denen Orten in dem Bundesstaat lebten, hätten Atemwegsbeschwerden gehabt.

„Dieser Nachweis überrascht nicht und liefert uns auch keine neuen Kenntnisse oder Em­pfehlungen“, kommentierte Achim Gruber, Leiter des Instituts für Tierpathologie an der Freien Universität Berlin, heute. Katzenhalter müssten sich bei Einhaltung von Hygienere­geln keine Sorgen machen − weder um ihr Tier noch um sich selbst. Das gelte auch für Hundebesitzer.

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„Wir wissen aus einer chinesischen experimentellen Infektionsstudie vom März, dass sich Katzen zumindest nach hoher Infektionsdosis mit dem Virus anstecken und dabei Entzün­dungen in den oberen Atemwegen entwickeln können“, erläuterte Gruber. Eine Lungen­entzündung oder schwere und tödliche Verläufe bei Katzen seien aber noch nicht beob­achtet worden. Es gebe auch keine neuen Hinweise, dass Katzen zur Verbreitung des Vi­rus bei Menschen beitrügen. Für Hunde gebe es weiterhin komplette Entwarnung.

In New York war nach dem Bericht der Behörde der Besitzer einer infizierten Katze zuvor positiv auf das Virus getestet worden. Im anderen Fall sei keine Infektion in dem be­troffe­nen Haushalt bekannt. Auch die US-Behörde teilte mit, es gebe derzeit keine Beweise dafür, dass Haustiere eine Rolle bei der Verbreitung des Coronavirus spielten. Es gebe daher keinen Grund für Maßnahmen gegen Haustiere.

Bei der wirklich schweren Ausbreitung der Coronapandemie in New York sei es nicht ver­­w­underlich, dass dort zwei Katzen positiv getestet wurden, sagte Gruber. Weltweit ge­sehen gebe es bei nachweislich 2,5 Millionen Menschen mit Virusnachweis und vielen wachsamen Tierärzten aber nach wie vor nur wenige bekannte Einzelfälle erkrankter Haustiere. „Zwei neue Meldungen bei Katzen sind da über den gesamten Zeitverlauf sehr wenig.“

Für Tierhalter generell, nun aber ganz besonders für Menschen mit Coronainfektionen, sei es wichtig, Hygieneregeln im Umgang mit ihrem Tier zu beachten, hieß es zuletzt beim deutschen Friedrich-Loeffler-Institut. Dazu gehöre zum Beispiel häufiges Hände waschen.

Auch Gruber rät zu Hygiene. „Wer selbst SARS-CoV-2 ausscheidet, sollte wahrscheinlich nicht gerade seine Katze anhusten oder anniesen“, sagte er. Freigänger nun aber aus Sorge einzusperren, sei gegen die Natur der Tiere und würde mehr Schaden als Nutzen bringen. Tierhalter könnten aber Nachbarn und Besucher bitten, Abstand zu ihrer Katze zu halten.

Haustiere spielten gerade in Zeiten der sozialen Isolation eine große Rolle bei der Ent­spannung von Menschen, sagte Gruber. Von daher sollten Tiere auf keinen Fall weggege­ben werden, wenn es keine Betreuungsprobleme durch Klinikaufenthalte gebe, betonte Gruber.

Das Wissen über Haustierinfektionen sei insgesamt noch lückenhaft. „Ich denke im Laufe des Sommers werden wir mehr Daten bekommen.“ Einen SARS-CoV-2-Test für Tiere bietet die FU-Veterinärmedizin bereits an. Diese Tests nähmen keine Kapazitäten beim Men­schen weg, sie seien zusätzlich und extra für Tiere gedacht.

Coronavirus bei vier weiteren Tigern und drei Löwen

Unterdessen ist in einem New Yorker Zoo nach einem positiven Test bei der Tigerkatze Nadia das SARS-CoV-2 auch bei drei Löwen und vier weiteren Tigern nachgewiesen wor­den. Die Tests bei den weiteren Tieren seien mittels Stuhlprobe erfolgt, teilte der Bronx Zoo mit. Allen acht Großkatzen gehe es weiter gut, sie verhielten sich normal und bei denjenigen, die gehustet hätten, habe sich das schon deutlich reduziert.

Vor rund zwei Wochen hatte der Zoo mitgeteilt, dass die vier Jahre alte malaysische Tigerkatze Nadia positiv auf das Virus getestet worden sei. „Es ist – unseres Wissen nach – das erste Mal, dass ein wildes Tier sich durch einen Menschen mit COVID-19 angesteckt hat“, hatte der leitende Tierarzt des Zoos, Paul Calle, danach dem Magazin National Geographic gesagt.

Wahrscheinlich habe ein Pfleger das Virus in sich getragen, aber keine Symptome gezeigt. Die Schutzmaßnahmen seien erhöht worden. Der Zoo ist wegen der Coronakrise seit rund drei Wochen für Besucher geschlossen. In deutschen Zoos seien bisher keine entspre­chen­den Infektionen bei Tieren bekannt, sagte Sebastian Scholze, Sprecher des Ver­bandes der Zoologischen Gärten. © dpa/aerzteblatt.de

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