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Politik

Unionspolitiker wollen Atemschutzmasken auf Rezept für Risikogruppen

Freitag, 24. April 2020

/stokkete, stock.adobe.com

Berlin − Gesundheitspolitiker von CDU und CSU plädieren für Atemschutzmasken auf Rezept für besonders gefährdete Risikogruppen in der Coronakrise. Dadurch könne eine „ethisch nicht zu rechtfertigende Kontaktbeschränkung für einzelne Bevölkerungsgrupp­en“ vermied­en werden, heißt es in einem Papier der Arbeitsgruppe Gesundheit der Uni­onsfraktion im Bundestag, das der Stuttgarter Zeitung und den Stuttgarter Nachrichten von heute vorliegt.

Es solle geprüft werden, wie ein solches Konzept zur ärztlichen Verordnung von FFP2- und FFP3-Masken „schnellstmöglich umgesetzt“ werden könne. Diese Masken können im Gegensatz zum einfachen Mund-Nasen-Schutz die Träger vor einer Ansteckung schützen.

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Die Masken sollen dem Vorschlag zufolge nicht nur im Rahmen einer Pandemie, sondern auch bei saisonalen Belastungen wie etwa einer Grippewelle verordnet werden können. Die Versorgung mit persönlicher Schutzausrüstung für Ärzte und Pflegeberufe solle aber weiterhin Vorrang haben. Zudem müssten zuerst durch den Gemeinsamen Bundes­aus­schuss definiert werden.

Wie der Bund mitteilte wurde mittlerweile weiterer Nachschub an Schutzausstattung für das medizinische Personal beschafft. Insgesamt seien inzwischen 108 Millionen Schutz­masken nach Deutschland gekommen und zum großen Teil verteilt worden, teilte das Ge­sundheitsministerium in Berlin mit.

Das Material ist weltweit knapp. Die Bundesregierung war deswegen im März in eine er­gänzende zentrale Beschaffung eingestiegen und hat auch regelmäßige Luftfrachtkapa­zitäten ins wichtige Herstellerland China reserviert. Für eine Inlandsproduktion sind An­reize geplant. © dpa/aerzteblatt.de

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Hortensie
am Dienstag, 26. Mai 2020, 13:48

Risikogruppen sollten geschützt werden

Ich fände es sehr richtig, wenn Risikogruppen Masken auf Rezept bekämen. Auch eine Schutzbrille könnte sinnvoll sein.
Ebenso sollten für diese Gruppen auch andere Angebote geschaffen werden, damit sie sich wirksam vor einer Infektion schützen können.
Z. B. sollten sie nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren müssen, wenn sie zum Arzt müssen.
Der Arzt sollte verpflichtet sein, bei der Behandlung von Risikopatienten Schutzmaßnahmen zu ergreifen wie Tragen einer Maske.
Im übrigen ist es sinnvoll, bereits jetzt für die nächste Pandemie mit ggf. anderen Viren Vorsorge zu treffen.
Hätte man die Warnungen (2013 durch RKi, später durch andere Institutionen) nicht ignoriert und wäre Vorsorge getroffen worden, hätten wir viele Milliarden Euro an Steuergeldern sparen können.
Denn ein Lockdown hätte womöglich verhindert werden können. Vielleicht wäre der auch durch früheres Reagieren (Absage von Karneval im Februar z. B.) verhinderbar gewesen?
Avatar #824634
D. Jahn
am Freitag, 1. Mai 2020, 20:42

Anreize für Inland Produktion inadäquat und unzureichend

Wenn man sich die Herangehensweise der Bundesregierung an den Aufbau der Produktion von Meltblown-Vlies und FFP-3 Masken und auch Schutzbekleidung in Deutschland genau ansieht kann man sich doch sehr wundern. Man kann fast zweifeln ob der Aufbau dieser Produktion in relevantem Maß überhaupt gewollt ist. Die Förderungen von 30% gab es schon früher in einzelnen Bundesländern und dies hat nicht zu einem Aufbau von großer Produktionsleistung im Inland geführt. Auch Abnahmegarantien bis 2021 oder 2022 machen die "Anreize" der Bundesregierung nicht wirklich attraktiv. Jeder Investor der unter diesen Bedingungen eine Produktionsanlage für den Meltblown-Vlies für viele Millionen auf den Weg bringt kann dann für 2023 den Gang zum Insolvenzgericht fest im Kalender eintragen, wenn dann die Krise vorbei ist und alle wieder nur in China einkaufen gehen. - Weil das so ist, kann nur der Staat selbst so eine, nicht wirtschaftlich darstellbare Produktion im Inland initiieren. Der Staat müsste die Produktion im Sinne der Daseinsvorsorge übernehmen und komplett finanzieren. Firmen mit dem notwendigen Know-how sind in Deutschland vorhanden. Die Mittel für den Aufbau der notwendigen umfangreichen Produktionskapazitäten indes können die Firmen nicht aufbringen. Hier müsste der Staat einspringen und die Produktionskapazitäten auch für spätere Krisen vorhalten. Die nächste Pandemie wird wahrscheinlich nicht wieder 100 Jahre auf sich warten lassen. Dann könnte man mit Masken, also solchen die auch den Träger schützen, einen erneuten teuren Lockdown abwenden, wenn schnell gehandelt würde auch schon den nächsten Lockdown in der nächsten Corona-Welle...
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