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Ausland

Trump reagiert verschnupft auf Wirbel um Vorschlag zu Desinfektionsmitteln

Montag, 27. April 2020

/picture alliance, AP Photo

Washington – Nach dem Wirbel um seine Äußerungen zur möglichen Behandlung von Coronapatienten mit Desinfektionsmittelinjektionen hat US-Präsident Donald Trump verschnupft reagiert und ein Ende seiner täglichen Pressekonferenzen zum Coronavirus angedeutet.

„Was ist der Sinn von Pressekonferenzen im Weißen Haus, wenn die Lamestream-Medien nichts als feindselige Fragen stellen und sich dann weigern, die Wahrheit oder Fakten ge­nau zu berichten“, schrieb Trump im Kurzmitteilungsdienst Twitter. Die Fernsehsender be­kämen durch seine Pressekonferenzen „Rekord-Einschaltquoten, und das amerikanische Volk bekommt nichts als Fake News“, kritisierte er. Dies sei „die Zeit und die Mühe nicht wert“.

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Mit seinen Tweets schien Trump Medienberichte zu bestätigen, wonach er aus Frustra­tion über Reporterfragen erwägt, seine teilweise mehr als zwei Stunden langen täglichen Pressekonferenzen in der Coronakrise einzustellen.

Am vergangenen Donnerstag hatte der Präsident beim Coronabriefing im Weißen Haus ungläubige und entsetzte Reaktionen ausgelöst, als er vorschlug eine Behandlung von Coronapatienten mit Lichtbestrahlung oder sogar der Injektion von Desinfektionsmitteln zu prüfen. Er bezog sich dabei auf Erkenntnisse, dass Sonnenlicht und Desinfektions­mittel Viren töten können – allerdings nur auf Oberflächen oder in der Luft, nicht im menschlichen Körper.

Nachdem Mediziner und Hersteller von Desinfektionsmitteln seinen Vorschlag als poten­ziell tödlich zurückgewiesen hatten, gab Trump später an, seine Äußerungen seien rein „sarkastisch“ gemeint gewesen. Seine Pressekonferenz am vergangenen Freitag be­schränk­te er auf 19 Minuten, Fragen von Journalisten ließ er nicht zu. Am Samstag fiel die tägliche Pressekonferenz dann nach zwei Monaten erstmals ganz aus.

Der US-Präsident hatte die Auftritte im Weißen Haus zuvor regelmäßig dazu genutzt, die Politik seiner Regierung zu loben, Kritiker zurückzuweisen und politische Gegner zu attackieren – von den oppositionellen Demokraten über China bis hin zu den Medien.

Meinungsumfragen zufolge brachten die Pressekonferenzen Trump jedoch nicht den er­hofften Zuwachs in der Wählergunst. Einer am vergangenen Donnerstag veröffentlichten Umfrage von AP-NORC zufolge glauben die meisten US-Bürger Trump nicht, wenn es um die Coronakrise geht.

Die USA sind die Nation mit den weltweit meisten bestätigten SARS-CoV-2-Fällen und Todesopfern. © afp/aerzteblatt.de

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Avatar #106067
dr.med.thomas.g.schaetzler
am Dienstag, 28. April 2020, 10:24

Donald Trump maligner Narzisst

Donald Trump als US-Präsident ist nicht nur ein „maligner Narzisst“ am „roten Knopf“, sondern auch noch einer mit einem orangefarbenen Kopf. Statt cool mit klarem Verstand und analytischer Schärfe, mit Selbstreflexion und kultureller Reflexion emotional und sozial intelligent zu reagieren und zu interagieren, verstrickt er sich in unkontrollierte Gefühlswallungen und lebt seine narzisstischen Neurosen aus.

Diagnostische Kriterien des NARZISSMUS nach DSM-IV bedeuten 5 oder mehr der diagnostische Kriterien müssen erfüllt sein:

1. Person zeigt ein übertriebenes Selbstwertgefühl (übertreibt die eigenen Fähigkeiten und Talente und erwartet, selbst ohne besondere Leistung als „etwas Besonders“ Beachtung zu finden)
2. Person beschäftigt sich ständig mit Phantasien grenzenlosen Erfolges, Macht, Glanz, Schönheit oder idealer Liebe.
3. Person ist der Meinung, dass er oder sie besonders und einzigartig ist, dass nur Personen mit hohem Status oder in besonderen Institutionen ihn verstehen.
4. Person verlangt ständig Bewunderung
5. Person legt ein Anspruchsdenken an den Tag, stellt Ansprüche an die Behandlung oder unmittelbare Zustimmung zu den eigenen Erwartungen.
6. Person nützt zwischenmenschliche Beziehungen aus, um mit Hilfe anderer die eigenen Ziele zu erreichen.
7. Person zeigt Mangel an Einfühlungsvermögen, kann z.B. nicht erkennen oder empfinden, wie sich andere fühlen und welche Bedingungen diese haben.
8. Person ist häufig neidisch auf andere oder glaubt, dass andere neidisch auf ihn sind.
9. Person zeigt arrogantes, überhebliches Verhalten oder hat entsprechende Einstellungen

Einige Kriterien sind nicht direkt beobachtbar und lassen sich nur aus der Innenperspektive der Person erschließen.

Die narzisstische Persönlichkeit zeigt Defizite
- in der Selbstwahrnehmung
- in Sprache und Organisation des Denkens
- in der Intentionalität und Volition
- in der Stimmungsregulation
- in der Wahrnehmung von Zeit, Raum und Kausalität.

MALIGNER NARZISSMUS bedeutet zusätzlich
- Antisoziale Merkmale
- Paranoide Züge
- Ich-Syntone Aggressivität
- pathologische Eigenliebe
- übernormale Selbstbezogenheit und Selbstzentriertheit
- exhibitionische Grandiosität
- Gefühle der Überlegenheit
- Rücksichtslosigkeit
- Diskrepanz zwischen übermäßigen Ansprüchen und Rivalität
- infantile Wertvorstellungen (Wohlhabenheit, Kleidung, Attraktivität)
- übermäßige Abhängigkeit von Bewunderung

Die Kombination von Grandiosität, antisozialem Verhalten, entsprechenden Aggressionen und eventuell sogar paranoiden (wahnhaften) Neigungen lassen Menschen zu „tickenden Zeitbomben“ werden. Ärztinnen und Ärzte sollten nichts unterlassen, um vor derartigen Fehlentwicklungen und Risiken fachlich begründet rechtzeitig warnen.

Mf + kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund

Glossar:
Volition bezeichnet die bewusste, willentliche Umsetzung von Zielen und Motiven in Resultate (Ergebnisse) durch zielgerichtete Steuerung von Gedanken

Der Begriff der Intentionalität bezeichnet die Fähigkeit des Menschen, sich auf etwas zu beziehen (etwa auf reale oder nur vorgestellte Gegenstände
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