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Ausland

WHO sieht keinen Beweis für Immunität nach Infektion mit SARS-CoV-2

Montag, 27. April 2020

/shaadjutt36, stock.adobe.com

Genf – Während Länder weltweit Lockerungen der Coronaauflagen diskutieren, sieht die Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) eine Immunität nach einer überwundenen Infektion mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 als nicht erwiesen an. Es gebe „aktuell kei­nen Beweis, dass Menschen, die sich von COVID-19 erholt haben und die Antikörper ha­ben, vor einer zweiten Infektion geschützt sind“, erklärte die WHO in Genf.

Die Ausgabe von „Immunitätsbescheinigungen“ könne sogar eine weitere Ausbreitung der Pandemie begünstigen, warnte die Organisation. Bis zum vergangenen Freitag habe keine Studie festgestellt, „ob die Anwesenheit von Antikörpern gegen SARS-CoV-2 bei Menschen eine Immunität gegen eine künftige Infektion mit diesem Virus verleiht“, hieß es in einer Mitteilung der WHO.

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Die Regierungen einiger Länder erwägen, auf Grundlage von Tests und beim Nachweis von Antikörpern im Blut Immunitätsbescheinigungen auszugeben. Auf diese Weise sollen Ausgangssperren gelockert und eine schrittweise Rückkehr zur Arbeit ermöglicht werden, um die Wirtschaft wieder anzukurbeln.

Kanadas Premierminister Justin Trudeau erklärte hingegen am Wochenende, dass er die Lockerung der verhängten Maßnahmen nicht von einer in der Bevölkerung verbreiteten Immunität abhängig machen werde. In Bezug auf die Erkenntnisse der WHO sagte er, Immunität sei „etwas, auf das wir klarere Antworten brauchen“. Bis dahin müsse sich „auf die Seite der Vorsicht“ begeben werden, fügte er hinzu.

Die vorliegenden wissenschaftlichen Daten erlauben es laut WHO nicht, eine „Immuni­täts­bescheinigung“ oder ein „Unbedenklichkeitszertifikat“ auszugeben. „Menschen, die denken, sie seien gegen eine zweite Infektion immun, weil sie positiv gestestet wurden, könnten die öffentlichen Gesundheitsempfehlungen missachten“, warnte die WHO. Sich auf derartige Zertifikate zu berufen, „könnte folglich die Risiken erhöhen, dass die Übertragung anhält“.

Die aktuell verwendeten serologischen Tests müssten zudem „eine zusätzliche Freigabe durchlaufen, um ihre Genauigkeit und ihre Zuverlässigkeit zu bestimmen“. Sie müssten es vor allem ermöglichen, die Immunantwort auf SARS-CoV-2 von den Antikörpern zu unter­scheiden, die bei einer Infektion mit einem anderen der bislang sechs Coronaviren gebil­det würden. Vier davon seien stark verbreitet und verursachten leichten Husten. Die beiden anderen lösen die Atemweginfektionen Sars und Mers aus.

Weltweit starben bislang mehr als 200.000 Menschen an der durch das neuartige Virus ausgelösten Lungenkrankheit COVID-19, wie eine Zählung der Nachrichtenagentur AFP vorgestern Abend ergab. Mehr als 2,86 Millionen Menschen weltweit haben sich demnach mit dem Virus infiziert.

Der am stärksten von dem erstmals im Dezember in China aufgetretenen Virus betroffene Kontinent ist Europa. Hier wurden mehr als 1,36 Millionen Infektionen registriert, 122.171 Menschen starben. Das Land mit den meisten Todesfällen sind die USA, wo 53.070 Menschen starben. In Italien lag die Zahl der Todesfälle vorgestern Abend bei 26.384, in Spanien starben 22.902 Menschen. © afp/aerzteblatt.de

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multisync71
am Sonntag, 3. Mai 2020, 18:03

???

irgendwie ist mein Kommentar wohl "verlorengegangen"....
also nochmal: wenn es lt WHO keinen Beweis gibt, dass man nach überstandener Krankheit immun ist, wie lässt sich dann erklären, dass eine Impfung da Hilfe verspricht? Wieso kann die Impfung das, was der Körper -trotz vorhandener Antikörper- nicht schafft?
LNS

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