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Ausland

Pakistanische Ärzte im Hungerstreik für mehr Schutzausrüstung

Montag, 27. April 2020

/picture alliance, Arshad Butt, AP

Lahore – In Pakistan haben dutzende Ärzte und Krankenpfleger einen Hungerstreik ge­gen fehlende Schutzausrüstung im Kampf gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 gestartet. „Wir stehen an vorderster Front. Wenn wir nicht geschützt sind, ist die gesamte Bevölke­rung bedroht“, erklärte der Arzt und Sprecher der Streikenden, Salman Haseeb. Man wolle nicht aufhören, bis die Regierung unseren Forderungen nachkomme.

In der Provinz Punjab seien 30 Ärzte und Pfleger im Hungerstreik, sagte Haseeb. Er selbst habe seit dem 16. April nichts mehr gegessen. Der Arbeit in ihren Krankenhäusern gingen die Ärzte und Pfleger weiter nach. Bei den Demonstrationen vor den Büros der Gesund­heitsbehörden wechselten sie sich ab.

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In Punjab wurden fast die Hälfte der annähernd 12.000 bestätigten COVID-19-Fälle in Pakistan registriert. Seit Wochen beklagt das medizinische Personal das Fehlen von Schutzausrüstung. Der Regierung reagiert teils mit Repressalien: 50 Ärzte, die öffentlich mehr Schutzmaterial gefordert hatten, wurden Anfang des Monats in der Stadt Quetta festgenommen.

Mehr als 150 Ärzte und Pfleger seien in Pakistan bereits positiv auf SARS-CoV-2 getestet worden, meldete die Vereinigung junger Ärzte (YDA). YDA-Sprecher Khizer Hayat betonte, dass sie trotz der schwierigen Lage weiter arbeiten würden.

Beamte des Ge­sund­heits­mi­nis­teriums in Punjab sagten, die Krankenhäuser seien nach anfänglichen Schwierigkeiten mittlerweile mit angemessener Schutzausrüstung versorgt. Die Regionalregierung kündigte zudem an, besonders exponiertem Gesundheitspersonal einen Bonus sowie Lebensversicherungen zu bezahlen.

Die Zahl der Infizierten unter Pakistans 215 Millionen Einwohnern liegt wahrscheinlich sehr viel höher als offiziell gemeldet, da zu wenig Testkapazitäten vorhanden sind. Der islamische Fastenmonat Ramadan könnte die Situation weiter verschärfen, weil für Versammlungen in den Moscheen nur leichte Beschränkungen verordnet wurden. © afp/aerzteblatt.de

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