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Ärzteschaft

Einschränkungen könnten Entwicklung von Kindern schädigen

Montag, 27. April 2020

/Gargonia, stock.adobe.com

Köln – Die Einschränkungen wegen der Coronakrise können nach Befürchtung von Medi­zinern die Entwicklung von Kindern beeinträchtigen. „Durch das Kontaktverbot und das Eingesperrtsein drohen psychosoziale Schäden“, sagte Thomas Fischbach, Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Dieses Risiko steige, je länger die Maßnahmen andauerten.

Wenn Kinder monatelang nicht in die Kita oder Schule könnten, weder Freunde treffen noch auf Spielplätze gehen dürften, sei dies ein schwerer Eingriff in ihre Lebenswelt, kritisierte Fischbach.

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Kinder werden verspätet in der Praxis vorgstellt

In den politischen Beratungsgremien säßen bislang keine Interessenvertreter von Kin­dern und Jugendlichen. Bei den nächsten Gesprächen über mögliche Lockerungen der Coronamaßnahmen müssten endlich auch die Bedürfnisse der Kinder in den Blick genommen werden, forderte der Kinderarzt.

Die Kinder- und Jugendärzte zeigten sich zudem alarmiert, weil Eltern wegen der Corona­krise Praxisbesuche mit ihren Kindern vermeiden. „Verschleppte Behandlungen und feh­lende Impfungen können lebensgefährlich werden“, warnte der BVKJ. Es mehrten sich die Berichte von Ärzten über Kinder, die trotz sichtbarer Krankheitszeichen deutlich verspätet in der Praxis vorgestellt würden.

Es gebe sogar Berichte über Kinder mit einer akuten Leukämie, die zu spät zum Arzt ge­bracht worden seien und damit wichtige Zeit für die Therapie dieser lebensbedrohlichen Krankheit verloren hätten. „Das sind dann besonders tragische Fälle“, erklärte BVKJ-Vizepräsidentin Sigrid Peter.

Viele Kinder bekämen derzeit auch nicht die empfohlenen Schutzimpfungen. Grund­im­mu­nisierung im ersten Lebensjahr schütze vor so gefährlichen Krankheiten wie Keuch­husten, Kinderlähmung und Masern. Kinder, die diese Grundimmunisierung und auch die Auffrischimpfungen nicht bekämen, seien den Erregern schutzlos ausgeliefert.

Die Kinder- und Jugendärzte bekräftigten, dass auch unabhängig von der Coronakrise die geltenden Hygienestandards in den Praxen selbstverständlich umgesetzt würden. „Das Infektionsrisiko an anderen belebten Orten ist um ein Vielfaches größer“, erklärte Fisch­bach. „Eltern brauchen im Krankheitsfall ihrer Kinder unsere Praxen daher nicht zu meiden und ihren Nachwuchs eventuell anderen gesundheitlichen Risiken auszusetzen.“ © dpa/aerzteblatt.de

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