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Ausland

Spanien, Italien und Frankreich leiten Lockerungen ein

Montag, 27. April 2020

Seit gestern dürfen Kinder in Spanien wieder für eine Stunde täglich vor die Tür − in Begleitung eines Erwachsenen. /picture alliance, NurPhoto

Paris – Spanien, Italien und Frankreich leiten eine allmähliche Lockerung ihrer strengen Auflagen in der Coronakrise ein. Wegen sinkender Infektionszahlen dürfen Kinder in Spa­nien seit gestern erstmals seit sechs Wochen wieder ins Freie. Weitere Erleichterungen sind dort sowie in Italien und Frankreich ab Mai geplant. Die Schweiz, Kroatien und an­de­re Länder haben für heute Schritte zur Öffnung des öffentlichen Lebens angekündigt.

In Spanien gilt seit dem 14. März eine der striktesten Ausgangssperren der Welt: Dort durften Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre das Haus nicht verlassen. Nun können sie unter Aufsicht eines Elternteils täglich eine Stunde an die frische Luft.

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Ab dem kommenden Samstag sollen laut Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez alle Bürger wieder Spaziergänge oder Sport im Freien machen dürfen, wenn der Rückgang der Zahlen andauert. Die Zahl der binnen eines Tages registrierten Todesfälle sank mit 288 bis gestern auf den niedrigsten Stand in einem Monat. Insgesamt zählt Spanien gut 23.000 Tote, das ist nach den USA und Italien der höchste Stand weltweit.

Spanien will zudem mit Hilfe von Antikörpertests in 36.000 Haushalten mit rund 90.000 Bewohnern das wahre Ausmaß des Ausbruchs mit SARS-CoV-2 im Land abschät­zen. Die Testreihe sollte heute beginnen und sich über mehrere Wochen hinziehen. Alle Teilneh­mer werden zwei verschiedenen Tests unterzogen, die dreimal im Abstand von drei Wo­chen durchgeführt werden.

Die Studie findet landesweit statt, die Teilnahme ist freiwillig. Die Gesundheitsbehörden hoffen, mit der Analyse auch Informationen über die Übertragung des Virus in Privat­haus­halten nach sechswöchiger Ausgehsperre zu erhalten.

Am Wochenende hatte bereits Italien angekündigt, ab dem 4. Mai mit Antikörpertests bei zunächst 150.000 Menschen die Dunkelziffer der Infizierten bestimmen zu wollen. Auch in Deutschland plant die Regierung einen großangelegten Test, kleinere Projekte haben bereits begonnen.

Lockerung ab dem 4. Mai in Italien geplant

Italien plant ab dem 4. Mai eine schrittweise Lockerung der strikten Ausgangssperre, die seit dem 9. März gilt. Dann solle auch „ein großer Teil der Unternehmen“ wieder öffnen, sagte Regierungschef Giuseppe Conte der Zeitung La Repubblica. Noch bis September geschlossen bleiben allerdings die italienischen Schulen. „Die Gesundheit unserer Kinder steht auf dem Spiel“, betonte Conte.

Experten bewerteten das Ansteckungsrisiko vor September als zu hoch. Auch die Öffnung von Gaststätten und Hotels könnte demnach noch dauern. Italien hat mit mehr als 26.300 Toten die höchste Zahl von Todesfällen durch das Coronavirus in Europa.

Morgen stellt Frankreichs Premierminister Edouard Philippe den Fahrplan zur Lockerung der Coronaauflagen vor. Ab dem 11. Mai sollen schrittweise Schulen und Unternehmen wieder öffnen und die Ausgangssperre gelockert werden. In Frankreich gab es bisher mehr als 22.600 Todesfälle durch die Lungenkrankheit COVID-19.

In anderen europäischen Länder greifen Erleichterungen für die Bürger zum Wochen­be­ginn: In der Schweiz dürfen seit heute neben Bau- und Gartenmärkten unter anderem auch Friseure, Tier- und Zahnärzte sowie Kosmetik- und Tattoo-Studios wieder öffnen.

Tschechien lässt ab heute erstmals Geschäftsreisende aus der EU wieder ins Land. Sie können sich dort aber nur 72 Stunden aufhalten. Zudem müssen sie einen negativen Test vorweisen, der höchstens vier Tage alt ist. In Kroatien öffnen die meisten Geschäfte, Bib­liotheken und Museen zu Wochenbeginn wieder. In Norwegen geht es an den Grund­schu­len wieder los.

Die Infektionszahlen sind in Europa weiterhin auf hohem Niveau: Insgesamt gab es mehr als 1,36 Millionen bestätigte Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus. Die Zahl der Todesfälle stieg auf mehr als 122.000. Damit bleibt Europa weltweit der am schwersten von der Pandemie betroffene Kontinent. © afp/aerzteblatt.de

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