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Medizin

Melanom: Intermittierende Behandlung scheitert in klinischer Studie

Mittwoch, 29. April 2020

/Evgeniy Kalinovskiy, stock.adobe.com

San Francisco − Die Wirksamkeit der kombinierten Therapie des malignen Melanoms mit einem BRAF- und einem MEK-Inhibitor lässt sich nicht durch Therapiepausen verbessern. Zu diesem Ergebnis kam eine Phase-2-Studie des US-Krebsnetzwerks SWOG, die jetzt auf der virtuellen Jahrestagung der American Association for Cancer Research vorgestellt wurde.

Die Behandlungsidee beruhte auf den Ergebnissen von tierexperimentellen Studien, die vor 7 Jahren in Nature vorgestellt worden waren und bei Krebsforschern für Aufsehen gesorgt hatten. Ein Team um Darrin Stuart von den Novartis Institutes for Biomedical Research in Emeryville/Kalifornien hatte an Mäusen mit menschlichen Melanomen (Xenotrans­plantation) eine einfache und raffinierte Methode entwickelt, um eine Resistenz gegen BRAF-Inhibitoren zu überwinden.

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BRAF-Inhibitoren gehören zur Standardbehandlung bei etwa der Hälfte der Patienten, bei denen das Wachstum der malignen Melanome durch eine mutierte BRAF-Kinase ange­trieben wird. BRAF-Inhibitoren erzielen bei diesen Patienten häufig eine Remission, die allerdings meist nur einige Monate anhält. Danach kommt es zu einem erneuten Wachstum, das auf der Entwicklung und Selektion von resistenten Krebszellen beruht.

Stuart hatte nun beobachtet, dass die resistenten Krebszellen paradoxerweise den BRAF-Inhibitor für ihr Wachstum benötigen. Nach dem Absetzen schrumpften die Tumore wieder. Dieses Konzept wurde in den letzten Jahren in der Studie SWOG S1320 an 250 Patienten mit fortgeschrittenem BRAF-positiven Melanom getestet.

An der Studie beteiligten sich 68 US-Zentren. Dort wurden die Patienten zunächst über 8 Wochen mit dem BRAF-Inhibitor Dabrafenib behandelt, der wie heute üblich mit dem MEK-Kinasehemmer Trametinib kombiniert wurde. Die 206 Patienten, bei denen das Tumorwachstum zunächst gestoppt werden konnte, wurden dann auf 2 Gruppen randomisiert.

In beiden Gruppen wurde die Behandlung fortgesetzt. Die eine Hälfte der Patienten nahm die Kombination kontinuierlich bis zur erneuten Tumorprogression ein. Die andere Hälfte nahm dieselbe tägliche Kombination 5 Wochen lang ein, machte dann eine 3-wöchige Pause, nahm dann die Behandlung für weitere 5 Wochen wieder auf, machte dann erneut eine Pause und so weiter, bis ihr Krebs fortschritt.

Entgegen den Hoffnungen haben die Therapiepausen das progressionsfreie Überleben nicht verlängert, sondern tendenziell verkürzt. Wie Alain Algazi von der Universität von Kalifornien in San Francisco und Mitarbeiter berichten, vergingen in der Gruppe mit intermittierender Behandlung median 5,5 Monate bis zum erneuten Krebswachstum, in der Vergleichsgruppe mit kontinuierlicher Behandlung waren es dagegen 9,0 Monate. Das Gesamtüberleben lag in beiden Gruppen bei median 29,2 Monate.

Die Studie zeigt laut Algazi, dass tierexperimentelle Ergebnisse nicht immer auf die klinische Situation übertragbar sind. Die Forscher wollen jetzt durch die genaue Untersuchung von Blut- und Gewebeproben den Ursachen für die Unterschiede auf den Grund gehen. © rme/aerzteblatt.de

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