NewsAusland„Mission Lifeline“ will Flüchtlinge von griechischen Inseln holen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ausland

„Mission Lifeline“ will Flüchtlinge von griechischen Inseln holen

Dienstag, 28. April 2020

/picture alliance, Angelos Tzortzinis

Dresden − Der Dresdner Verein „Mission Lifeline“ hat für die Aufnahme von Flüchtlingen aus Camps auf griechischen Inseln binnen weniger Tage knapp 55.000 Euro an Spenden gesammelt. Mit dieser Summe könne man zwei Flüge einer Boeing 747-300 finanzieren und rund 150 Menschen aus dem Flüchtlingscamp Moria auf Lesbos holen, erklärte der Verein auf Anfrage.

Laut „Lifeline“-Sprecher Axel Steier stehen dem Verein somit insgesamt 110.000 Euro für die geplante Errichtung einer zivilen Luftbrücke zwischen Lesbos und Berlin zur Verfü­gung. Die Verhandlungen mit einem griechischen Flugdienstleister seien bereits abge­schlossen. Es fehle nur noch die Landeerlaubnis des Bundesinnenministeriums, um sich nicht der Einschleusung von Ausländern schuldig zu machen.

Anzeige

Das Bundesinnenministerium stellte auf Anfrage klar, dass es sich bei der Prüfung eines Asylantrages um eine rein staatliche Aufgabe handelt. Dies gelte ebenso für die damit in Zusammenhang stehenden europarechtlichen Verfahren zur Bestimmung des Mitglied­staates, in welchem die asylrechtliche Prüfung stattfindet sowie für die Organisation von Überstellungen.

Das Ministerium riet davon ab, „bei den Asylsuchenden ausgerechnet in der ohnehin an­gespannten Lage auf den griechischen Inseln mit einem eigenmächtigen Vorgehen un­rea­listische Erwartungen zu wecken“.

Unterdessen versucht „Mission Lifeline“, weitere EU- Mitgliedstaaten von einer sofortigen Aufnahme der betroffenen Flüchtlinge zu überzeugen. „Der Ausbruch von COVID-19 in den Camps würde zu unzähligen Toten führen“, sagte Steier.

Nach Angaben des Bundesinnenministeriums wurden auf den griechischen Inseln etwa 2.380 Personen identifiziert, die zur Coronarisikogruppe gehören und von den griechi­schen Behörden auf das Festland gebracht werden sollen.

Der Verein wurde bekannt, nachdem das Schiff „Lifeline“ zur Rettung von Flüchtlingen im Mittelmeer im Juni 2018 von einem maltesischen Gericht beschlagnahmt wurde, weil die Crew mehr als 200 Menschen nach Malta gebracht hatte. Der damalige Kapitän wurde angeklagt und im Januar 2020 endgültig freigesprochen. © dpa/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

5. Juni 2020
Berlin – Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat Kritik zurückgewiesen, dass die Pflege im neuen Konjunkturprogramm, in dem das Wort Pflege nicht auftaucht, zu kurz kommt. Das Thema sei am
Merkel: Pflege kommt nicht zu kurz
5. Juni 2020
Berlin – Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) hat die in der Rechtsverordnung des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) vorgesehenen Veränderungen am Coronarettungsschirm begrüßt. Die
Rettungsschirm: Krankenhäuser drängen auf Umsetzung der Kompromissregelungen
5. Juni 2020
Berlin – Anwender der künftigen Corona-Warn-App können auch über eine Telefonhotline ihren Infektionsstatus in der App aktualisieren, wenn sie positiv getestet wurden. Die Hotline sei einer von zwei
Corona-Warn-App: Positiv Getestete können sich über Hotline melden
5. Juni 2020
Berlin – Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert-Koch-Institut (RKI) 507 Neuinfektionen mit SARS-CoV-2 binnen eines Tages gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Coronakrise 183.271
RKI meldet 507 Neuinfektionen in Deutschland
5. Juni 2020
Berlin – Die Linke im Bundestag hat sich erneut – wie schon wiederholt auch die Grünen – dafür ausgesprochen, den Einsatz der geplanten Corona-Warn-App per Gesetz zu regeln. „Die Einführung einer
Linke rufen erneut nach Gesetz für Corona-Warn-App
5. Juni 2020
Berlin – Bun­des­fa­mi­lien­mi­nis­terin Franziska Giffey (SPD) würde es befürworten, wenn nach den Sommerferien Kitas und Schulen in den Normalbetrieb zurückkehren. Bundesbildungsministerin Anja Karliczek
Schulbetrieb unter Vorsichtsmaßnahmen
5. Juni 2020
Berlin – Der Hartmannbund (HB) hat angesichts einer vorübergehenden „Fokussierung auf das Thema Corona“ angemahnt, verstärkt auch wieder anderen Baustellen des Gesundheitssystems in den Blick zu
LNS LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER