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Ärzteschaft

Weiter große regionale Unterschiede bei Arztdichte

Dienstag, 28. April 2020

/Andrey Popov, stock.adobe.com

Berlin – Die Zahl der Vertragsärzte in Deutschland ist weiter gestiegen – beim Versor­gungsangebot für Patienten gibt es je nach Region aber nach wie vor große Unterschiede. Das geht aus neuen Daten des Bundesarztregisters mit Stand Ende vergangenen Jahres hervor. Am dichtesten ist die Versorgung demnach in Heidelberg mit 396,6 Ärzten und Psycho­therapeu­ten je 100.000 Einwohner. Am wenigsten Niedergelassene in diesem Verhältnis gibt es mit 80,6 im Landkreis Coburg in Bayern.

Das Arztnetz ist demnach in fast allen Bundesländern im Vergleich zu 2018 dichter ge­wor­den. Am meisten Vertragsärzte und Vertragspsychotherapeuten pro 100.000 Ein­wohner haben weiter­hin die Stadtstaaten Bremen (301,1) Hamburg (292,9) und Berlin (283,7). Am wenigsten Niedergelassene in diesem Verhältnis gibt es in Brandenburg (188,3), der Re­gion Westfalen-Lippe in Nordrhein-Westfalen (194,0) und Rheinland-Pfalz (195,8).

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Bei Hausärzten gibt es ebenfalls große regionale Unterschiede. Das dichteste Netz hat Kaufbeuren in Bayern mit 98,9 Hausärzten berechnet auf 100.000 Einwohner. Am wenigsten Hausärzte in diesem Verhältnis gab es Ende 2019 im Landkreis Tuttlingen in Baden-Württemberg mit 48,8. Im Vergleich der Länder am höchsten ist die Dichte in Hamburg (72,9) und Mecklenburg-Vorpommern (72,8). Am geringsten ist die Hausarztdichte in Westfalen-Lippe (59,6).

Bei Hausärzten ist es oft auch besonders dringlich, Praxisnachfolger zu finden, wenn Mediziner in Ruhestand gehen. Den bundesweit größten Anteil an Hausärzten über 65 Jahre hat Rheinland-Pfalz mit 19,8 Prozent – bezogen auf alle Ärzte und Psychothera­peuten waren es in dem Bundesland 13,3 Prozent. Den kleinsten Anteil älterer Hausärzte hat Mecklenburg-Vorpommern – 8,4 Prozent sind dort über 65 Jahre alt. Insgesamt stieg das Durch­schnittsalter aller niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten laut Statistik zwischen 2009 und 2019 von 51,9 Jahre auf 54,3 Jahre.

Starke regionale Unterschiede gibt es auch bei Kinderärzten. Das dichteste Netz hat die Stadt Memmingen in Bayern mit 27,6 Kinderärzten bezo­gen auf 100.000 Einwohner – im Landkreis Bayreuth ist es in diesem Verhältnis rechne­risch nur ein Kinderarzt. Im Ländervergleich hat Bremen die höchste Kinderarztdichte (14,3), die geringste hat Hessen (8,4).

Bundesweit waren zum Stichtag 31. Dezember 2019 rund 149.700 Ärzte und 28.000 Psy­chotherapeuten mit einer Zulassung für die Versorgung gesetzlich krankenversicherter Patienten tätig. Das war insgesamt ein Plus von 1,4 Prozent im Vergleich zu Ende 2018.

Dies bedeutet laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) tatsächlich aber nur ein Ka­pazitätsplus von 0,2 Prozent. Denn viele Ärzte wollten Teilzeit arbeiten oder Ange­stellte statt Praxisinhaber sein. „Die Arztzeit ist und bleibt knapp“, sagte KBV-Chef Andreas Gass­en. Der Trend zur Teilzeit sei ungebrochen, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf spiele – wie überall in der Gesellschaft – auch bei jungen Ärztinnen und Ärzten eine wichtige Rolle.

Wie leistungsfähig das Netz sei, zeige die Bekämpfung der Coronakrise: „Sechs von sie­ben Patienten werden ambulant behandelt.“ In der Regelversorgung sind es 650 Millio­nen Behandlungsfälle im Jahr. „Wir sind also gut beraten, die Niederlassung attraktiv zu gestalten und sie vom Wust an Bürokratie und politischen Eingriffen zu befreien“, sagte Gassen. © dpa/aerzteblatt.de

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