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Ärzteschaft

Ärzte kritisieren Fernbehandlungs­angebote von Krankenkassen

Dienstag, 28. April 2020

/picture alliance

Düsseldorf – Scharfe Kritik an einem neuen Fernbehandlungsangebot der Techniker Krankenkasse (TK) üben der Landesverband Nordrhein des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) und der Hausärzteverband Nordrhein.

Es sei unverständlich, warum die Krankenkassen einen eigenen Dienst aufbaue und nicht die Kooperation mit den Kassenärztlichen Vereinigungen nutze, sagte Edwin Ackermann, Pressesprecher des BVKJ in Nordrhein. „Der Dienst ist überflüssig“, betonte er. „Wir wün­schen uns eine partnerschaftliche Lösung und keine Alleingänge von Kranken­kassen“, betonte Oliver Funken, Vorsitzender des Hausärzteverbandes Nordrhein.

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Die TK bietet ihren Versicherten mit einer Infektion mit SARS-CoV-2 oder dem Verdacht darauf ab sofort eine Fernbehandlung an. Alle TK-Versicherten mit entsprechenden Symp­tomen können sich an sieben Tagen die Woche telefonisch beraten und bei Bedarf in einer Onlinesprechstunde behandeln lassen, wie die Krankenkasse mitteilte. Auf diese Weise könnten auch Medikamente digital verordnet und eine Arbeitsunfähigkeits­be­schei­nigung (AU) ausgestellt werden.

Der BVKJ-Landesverband weist daraufhin, dass Kinder- und Jugendärzte mit großem Aufwand in ihren Praxen Maßnahmen etabliert hätten, um alle Patienten ohne Gefahr zu versorgen. „Telefonische Beratungen und zunehmend auch Videosprechstunden gehören selbstver­ständlich zu unserem Betreuungsumfang“, so Ackermann weiter. Die kontinuier­liche Betreuung durch die eigenen Ärzte sei der Online-Versorgung durch anonyme Be­ratung und Versorgung auch gerade in dieser ungewöhnlichen Pandemiesituation über­legen.

„Kinder- und Jugendärzte sind die ersten und persönlichen Ansprechpartner, wenn es um kranke Kinder geht“, betonte Ackermann.

Der Hausärzteverband Nordrhein weist daraufhin, dass das Ausstellen von elektroni­schen Rezepten ohne Wissen um die Gesamtmedikation der Patienten kritisch zu bewer­ten sei und das Risiko auf Arzneimittelinteraktionen erhöhe. „Deshalb muss der Hausarzt auch immer der erste Ansprechpartner bleiben“, betont der Vorsitzende des Verbandes. © hil/aerzteblatt.de

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