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Politik

Telekom und SAP sollen Corona-Warn-App entwickeln

Dienstag, 28. April 2020

/Kzenon, stock.adobe.com

Berlin – Die geplante Corona-Warn-App für den Kampf gegen die Ausbreitung von Infek­tio­nen soll nach Angaben der Bundesregierung von T-Systems (Deutsche Telekom) und SAP entwickelt und zur Markt­reife gebracht werden. Das hat Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) heute auf einer Pressekonferenz bei der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) bestätigt.

Die Fraunhofer-Gesellschaft und das Helmholtz-Institut CISPA sollen Telekom und SAP bei der Entwicklung „beratend zur Seite“ stehen, wie heute zudem die Bundes­ministerien für Gesundheit, für Inneres und das Kanzleramt mitteilten. Grundlage soll eine „dezen­tra­le Softwarearchitektur“ sein.

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Die Regierung stellte dabei klar, dass auf die Interoperabilität mit anderen europäischen Lösungen geachtet werden soll. Auch sollen das Bundesamt für Sicherheit in der Infor­ma­tionstechnik (BSI) und der Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informa­ti­ons­freiheit (BfDI) „von Beginn an eingebunden“ sein.

Kernaufgabe der Warn-App sei, dass Bürger nach einem Kontakt mit einem Infizierten mit SARS-CoV-2 schnellstmöglich darüber informiert werden. Hierdurch werde eine zeitnahe Isolation der Betroffenen er­mög­licht, Infektionsketten würden unterbrochen.

Im Detail soll die Corona-Warn-App unter Nutzung von Bluetooth-Low-Energy den Ab­stand zwischen Personen messen und ermöglichen, dass die Mobilgeräte sich die Kon­tak­te merken, die die vom RKI festgelegten Kriterien (Nähe und Zeit) erfüllt haben. Dabei tauschen sie untereinander temporäre verschlüsselte Identitäten aus.

Werden Nutzer der Corona-Warn-App positiv auf das Virus SARS-CoV-2 getestet, können sie auf freiwilliger Basis ihre Kontakte durch die App informieren lassen. Dabei werden im Infektionsfall die verschlüsselten IDs des Infizierten allen Mobiltelefonen der App-Nutzer zur Verfügung gestellt. Diese können daraufhin überprüfen, ob sie mit den über­mittelten IDs in Kontakt waren. Im Falle einer Übereinstimmung wird der Nutzer über den kritischen Kontakt gewarnt.

Der Infizierte erfährt laut BMI, BMG und Kanzleramt dabei nicht, welche seiner Kontakte informiert werden und die Kontaktierten erfahren nicht, wer der Infizierte ist. Ein Miss­brauch der Meldung des Infektionsstatus sei „nicht zulässig“ und solle „durch technische Maßnahmen“ verhindert werden.

Nach der Fertigstellung durch T-Systems und SAP soll die Corona-Warn-App durch das Robert-Koch-Institut (RKI) herausgegeben werden. In einer zweiten Stufe sei dann auch geplant, einen Forschungsserver einzurichten, der auf Basis freiwilliger Datenspenden der Nutzer pseudo­nymisierte Daten zur qualitätssichernden Analyse der Corona-Warn-App nutzen kann.

Nach heftigem Streit um den Datenschutz hatte sich die Bundesregierung erst gestern bei der App für eine dezentrale Speicherung der Daten entschieden. Damit hatten sich Experten zuletzt zufrieden gezeigt. Das nun geplante Modell, sei „aus Datenschutzgrün­den das bessere“, sagte der Bundesdatenschutzbeauftragte Ulrich Kelber heute im ARD-„Morgenmagazin“. Der Datenschutz stehe dem Gesundheitsschutz nicht im Wege. © dpa/may/aerzteblatt.de

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