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Ausland

Lockerungen in Österreich, Spanien und Frankreich

Mittwoch, 29. April 2020

/picture alliance, APA, picturedesk.com

Wien – Nach Fortschritten im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2 wagen einige Länder Lockerungen ihrer Ausgangsbeschränkungen und anderer Schutz­maßnahmen. Österreich kündigte ein Ende der Ausgangsbeschränkungen zum 1. Mai an und macht damit große Schritte in Richtung Normalität.

Wie in kaum einem anderen Land Europas scheint die Coronakrise in der Alpenrepublik im Griff. Einem Hochfahren der Wirtschaft auf immer breiterer Front steht zumindest aktuell nichts im Weg. Auch andere EU-Partner wie Frankreich und Spanien beginnen mit Lockerungen – allerdings viel langsamer und vorsichtiger.

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Österreichs Ge­sund­heits­mi­nis­ter Rudolf Anschober (Grüne) sagte in Wien, die Öffnung der Baumärkte und kleiner Geschäfte am 14. April habe den sehr guten Trend nicht ungünstig beeinflusst. Aus Sicht der Regierung ist dies ein klarer Hinweis, dass bei Beachten der wei­ter geltenden Hygieneregeln – Mindestabstand und ein Mund-Nasen-Schutz – Kon­sum und Gesundheit kein Widerspruch sein müssen.

„Wir können die Ausgangsbeschränkungen auslaufen lassen“, meinte Anschober mit Blick auf den 1. Mai. Grundlage sind niedrige Infektionszahlen. In Österreich stecken sich nur noch wenige Dutzend Menschen pro Tag mit SARS-CoV-2 an. Nur 700 Erkrankte liegen im Krankenhaus. Zigtausende Betten für COVID-19-Patienten sind leer. Der Reproduktions­faktor liegt nach offiziellen Angaben bei 0,59 – so niedrig wie noch nie. Der Faktor gibt an, wie viele Andere ein Infizierter mit dem Virus ansteckt.

Bahn frei also für die Öffnung aller Geschäfte und die Angebote vieler Dienstleister ab 2. Mai. Ab 15. Mai sollen Restaurants und Lokale folgen. Dann sind vier Erwachsene pro Tisch erlaubt. Zwischen den Tischen muss ein Meter Abstand gehalten werden. Personal mit Gästekontakt muss Mundschutz tragen. Da die Lokale um 23 Uhr schließen müssen, stehen Discos und Nachtclubs weiter vor einer ungewissen Zukunft.

Neuigkeiten gab es auch für die in Österreich wichtige Hotellerie. Alle Beherbergungs­betriebe dürfen vom 29. Mai an wieder Gäste empfangen. Die Hotels waren Ende März per Regierungserlass geschlossen worden. Ob auch deutsche Urlauber kommen dürfen, ist unklar. Noch verhindern das die strikten Reisebeschränkungen.

Ge­sund­heits­mi­nis­ter Anschober warnte sicherheitshalber auch, es sei verfrüht zu glau­ben, die Krise sei vorbei: „Wir können jederzeit Stopp sagen.“ Diese Warnung fehlt bei Presse­konferenzen der österreichischen Regierung derzeit nie. Um eine zweite Erkran­kungs­welle zu vermeiden, setzt Österreich seit Beginn der Krise auch auf die Erfahrungen anderer Staaten. Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) zeigt sich sehr am Rat von Ländern wie Südkorea, Singapur oder Israel interessiert.

Frankreich gab gestern ebenfalls Lockerungen bekannt. Vom 11. Mai – also von über­nächster Woche an – sollen die bisher obligatorischen Passierscheine wegfallen. Dann darf man auch ohne zwingenden Grund und ohne Berechtigungsschreiben wieder hinaus vor die Tür.

Die Geschäfte dürfen wieder öffnen. Viele Grundfreiheiten bleiben jedoch eingeschränkt. Zudem wird im öffentlichen Nah- und Fernverkehr das Tragen von Schutzmasken Pflicht. Premierminister Édouard Philippe warnte auch, dass die Beschränkungen bei schlechter Entwicklung bleiben könnten. Frankreich zählt heute schon mehr als 23.000 Tote.

Spanien macht Vier-Phasen-Plan für Pandemie

Das besonders heftig von der Coronapandemie betroffene Spanien will mit einem Vier-Phasen-Plan voraussichtlich bis Ende Juni zu einer „neuen Normalität“ finden. Jede Phase werde zwei Wochen dauern, wobei nach und nach immer mehr Geschäfte, Lokale und Kirchen sowie später Fitnessstudios, Kinos, Theater und Hotels geöffnet werden sollen, sagte Ministerpräsident Pedro Sánchez nach einer mehrstündigen Kabinettssitzung. Die Kundenzahl darf aber zunächst nur bei 30 Prozent und später bei 50 Prozent der Kapa­zität liegen.

Nicht alle Regionen würden dabei mit der gleichen Geschwindigkeit zu einer „Deeskala­tion“ finden. So könnten etwa die kaum von dem Virus betroffenen Kanareninseln El Hier­ro, La Graciosa und La Gomera sowie die Baleareninsel Formentera die erste Phase über­springen und gleich in die zweite mit der Öffnung erster Geschäfte eintreten, sagte Sán­chez. Insgesamt sei der Plan für einen Ausstieg aus der landesweiten Abriegelung auf sechs bis acht Wochen angelegt.

Reisen zwischen den verschiedenen Regionen seien in dieser Zeit aber weiter nicht er­laubt. Die Schulen bleiben zudem bis zum September geschlossen. Es soll aber ab der Phase 2 Ausnahmen geben, etwa für Einrichtungen für Kinder unter sechs Jahren, deren Eltern berufstätig sind. Über die konkrete Ausgestaltung der Lockerungen will Sánchez ab Mittwoch mit einem technischen Komitee beraten.

In Spanien darf man seit Mitte März nur noch in Ausnahmefällen und allein aus dem Haus. Eine erste Lockerung gab es am Sonntag: Seither dürfen Kinder bis 14 Jahren wie­der eingeschränkt raus. Zuletzt wurden den fünften Tag in Folge mehr Genesene als Neu­infektionen verzeichnet. Die Zahl der innerhalb von 24 Stunden registrierten Todesfälle in Zusammenhang mit COVID-19 belief sich gestern auf 301. Die Gesamtzahl lag bei mehr als 23.800. © dpa/aerzteblatt.de

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