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Politik

Krankenhaus­gesellschaft: 2.500 Intensivbetten freihalten

Mittwoch, 29. April 2020

Gerald Gaß, Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft. /picture alliance, Geisler-Fotopress

Heidelberg − Der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, begrüßt das Vorhaben von Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU), die Zahl der Intensiv­betten für Coronapatienten zu reduzieren. „Die Situation hat sich entspannt“, sagte er der Rhein-Neckar-Zeitung heute. Auch bei einer zweiten Infektionswelle hätte man noch „großes Potenzial, Patienten aufzunehmen“.

Gaß riet jedoch zugleich zur Vorsicht: „Wir sollten jetzt aus dieser ersten Phase lernen. Es gilt, mindestens 2.500 Intensivbetten freizuhalten.“ Sollte es zu einem deutlichen Anstieg der Infektionszahlen innerhalb einer zweiten Welle kommen, müsse man neu beurteilen, ob noch mehr Betten frei bleiben sollten.

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Zudem empfahl er, eine Balance zwischen COVID-19-Bereitschaft und der regulären Ver­sorgung zu organisieren. Denn Menschen mit Risiko zum Herzinfarkt oder Schlag­anfall würden sich in Zeiten von Corona oft nicht trauen, die Notaufnahmen aufzu­suchen. „Die Menschen mit solchen Symptomen sollten aber den Weg ins Krankenhaus suchen“, so Gaß.

Angesichts des abgeschwächten Verlaufs der Coronapandemie hatte Bundesgesund­heits­minister Spahn gestern die Länder aufgefordert, die Zahl der in den Krankenhäusern für Infizierte reservierten Intensivbetten herunterzufahren und die Kliniken schrittweise wieder für die Versorgung anderer Patienten zu öffnen.

Die Entwicklung bei den Neuinfektionen lasse es zu, „ab Mai einen Teil der Krankenhaus­kapazitäten auch wieder für planbare Operationen zu nutzen“, heißt es in einem gestern vom Bundesgesund­heitsministerium veröffentlichten Konzept.

Konkret empfiehlt Spahn den Ländern, dass die Kliniken bis auf Weiteres nur noch 25 statt bisher 50 Prozent der Intensivbetten für COVID-19-Patienten frei halten. Die OP-Ka­pazitäten sollen in einem ersten Schritt zu 70 Prozent für planbare Operationen geöffnet werden. Die Rate soll dann je nach Infektionsverlauf alle zwei Wochen um zehn Prozent angehoben werden.

Um zu klären, welche Patienten nun vorrangig behandelt werden sollen, hat Spahn me­dizinische Fachgesellschaften um einen Kriterienkatalog gebeten. Nach den bereits vor­liegenden Empfehlungen sollen beispielsweise Operationen bei schnell fortschreitenden Erkrankungen bevorzugt werden. Infrage kommt daher insbesondere die Behandlung von Krebskranken. © kna/aerzteblatt.de

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