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Medizin

COVID-19-Medika­mente: Fehlinformationen durch Promis können gefährlich sein

Mittwoch, 29. April 2020

/dpa

San Diego − In der Coronakrise steigt einer Studie zufolge die Nachfrage nach unerprob­ten und möglicherweise sogar gefährlichen Medikamenten, sobald diese von prominen­ten Menschen empfohlen werden. Dies berichten Wissenschaftler der University of Cali­fornia San Diego in JAMA Internal Medicine (DOI: 10.1001/jamainternmed.2020.1764).

In den USA habe die Zahl der Googlesuchanfragen nach zwei Malariamedikamenten im März immens zugenommen, nachdem erst Tesla-Chef Elon Musk und dann US-Präsident Donald Trump sie als möglicherweise wirksame Mittel gegen COVID-19 beworben hatten, berichten die Forscher um Erstautor Michael Liu.

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Suchanfragen nach Kaufmöglichkeiten des Wirkstoffs Chloroquin schnellten demnach um 442 % in die Höhe, Anfragen nach Hydroxychloroquin sogar um 1.389 %. Diese Verän­de­rungen stehen für rund 93.000 zusätzliche Suchanfragen nach Chloroquin und 96.000 zusätzliche Suchanfragen nach Hydroxychloroquin. Insgesamt wurde im Verlauf von 14 Tagen rund 216.000 Mal nach den beiden Medikamenten gesucht.

Das Interesse der Googlenutzer an den beiden Mitteln war Liu und seinen Kollegen zu­folge auch dann noch überdurchschnittlich hoch, nachdem Ende März ein erster Chloro­quinvergiftungsfall bekannt geworden war.

„Die vorliegende Analyse legt nahe, dass die Nachfrage nach ungeprüften und womöglich riskanten COVID-19-Behandlungen in Zeiten von Krisen des Gesundheits­wesens durch Werbung massiv ansteigt“, schreibt das Team. „Therapien, die nicht durch ausreichende Nachweise gestützt werden (...), sollten nicht von Personen des öffent­lichen Lebens angepriesen werden.“

Medikamente könnten in zugelassenen Indikationen fehlen

Das Bewerben solcher Medikamente könne „zur unbeaufsichtigten Anwendung mit ge­fähr­lichen Konsequenzen für die Menschen, die sie einnehmen, führen“, heißt es weiter. Zudem könne es passieren, dass die Mittel gehamstert würden − und dann denen fehlten, die sie wirklich brauchten.

Die Welt­gesund­heits­organi­sation hat schon Ende März davor gewarnt, Medikamente ge­gen SARS-CoV-2 einzusetzen, deren Wirksamkeit nicht nachgewiesen ist. In einer vor ei­nigen Tagen präsentierten US-Studie hatten COVID-19-Patienten, die Hydroxy­chloroquin bekamen, sogar eine höhere Sterblichkeitsrate als die der Vergleichsgruppe. © nec/dpa/aerzteblatt.de

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