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Schulungs­plattform soll Tierversuche verringern

Mittwoch, 29. April 2020

/dpa

Hannover – Forscher des Instituts für Tierhygiene, Tierschutz und Nutztierethologie der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) haben eine Online-Schulungsplatt­form vorgestellt, die Wissenschaftler dabei unterstützen soll, Tierversuche zu verringern.

„Bevor Medikamente, Impfstoffe oder Implantate an Menschen getestet werden, müssen sie zunächst mehrere Testdurchläufe am Tier bestehen. Wir gehen davon aus, dass die Anzahl dieser Testdurchläufe in vielen Fällen reduziert werden könnte“, erklärte Bernhard Hiebl von der TiHo.

Doch selbst, wenn ein Forscherteam eine neue Ersatzmethode entwickelt habe, werde diese nicht automatisch überall angewandt. Forscher in anderen Laboren, die Tierversu­che durchführten und sie ersetzen möchten, müssten zunächst über die neuen Methoden informiert werden und sie erlernen. Genau dies soll die neue Plattform namens „www.3r-smart.de“ leisten.

„SMART“ steht dabei für „Schulungsplattform für Methodische Ansätze zur Reduktion von Tierversuchen“. „3R“ steht für das 3R-Prinzip. Dessen Ziel ist es, Tierversuche durch alter­native Methoden zu ersetzen (Replacement), die Zahl der Tiere für einen Versuch auf das unerlässliche Maß zu senken (Reduction) und den Versuchsaufbau so zu gestalten, dass die Versuchstiere möglichst wenig darunter leiden (Refinement).

Die einzelnen Module von 3R-SMART sind an die verschiedenen Bedürfnisse der Nutzer angepasst. „Die Zielgruppe besteht nicht nur aus Wissenschaftlern – auch Studierende und das technische Personal an Hochschulen, in öffentlichen Forschungseinrichtungen und in der Industrie sollen die Plattform nutzen können“, so Hiebl.

„Wenn alle europäischen Forscher auf professionelles Lernmaterial zu Ersatzmethoden zugreifen könnten, wäre das ein großer Schritt um zukünftig die Tierzahlen in Tierversuchen großflächig weiter zu reduzieren“, hofft er.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert das Vorhaben. Projektpartner sind die Philipps-Universität Marburg, BASF SE, die Berlin-Brandenburger Forschungs­plattform BB3R an der Freien Universität Berlin sowie das Deutsche Zentrum zum Schutz von Versuchstieren (Bf3R) am Bundesinstitut für Risikobewertung. © hil/aerzteblatt.de

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