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Ärzteschaft

Auch bei schweren COVID-19-Verläufen vollständige Genesung möglich

Donnerstag, 30. April 2020

/picture alliance, Markus Scholz

Berlin – Auch Patienten mit einer schweren Verlaufsform von COVID-19 können intensiv­medizinisch erfolgreich behandelt werden und genesen. Darauf weist die Deutsche Ge­sellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin (DGIIN) hin.

„Dass Patienten, die schwere Verläufe einer COVID-19-Erkrankung zeigen, eine längere Zeit, oft auch mehrere Wochen auf der Intensivstation liegen, ist nicht selten“, erläuterte der Präsident der Fachgesellschaft, Stefan John.

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Daten des Deutschen Intensivregisters zeigten aber, dass rund 70 Prozent der Patienten die Intensivstation auch wieder verlassen und in der Folge gesunden könnten. Grund da­für sind laut der Fachgesellschaft die intensivmedizinischen Möglichkeiten und eine eng­maschige personelle Betreuung der Patienten.

„Klar ist, dass diese Patienten einen langen Regenerationsweg vor sich haben, da der Kör­per sich von der Langzeitbeatmung erholen muss“, sagte Stefan Kluge, Vorstands­mitglied der DGIIN und Direktor der Klinik für Intensivmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf.

Die DGIIN weist auf die Stufentherapie bei der Betreuung von COVID-19-Patienten hin: Bei anfänglichen Atemproblemen könne es ausreichen, wenn der Patient Sauerstoff er­halte, eine weitere Möglichkeit sei eine nichtinvasive Beatmung über eine Maske oder einen sogenannten Helm.

„Wenn das nicht ausreicht, muss der Patient intubiert werden. Sind auch Beatmungsgerät und Lunge nicht mehr in der Lage, ausreichend Sauerstoff in das Blut zu transportieren, könnten Intensivmediziner auf das Extrakorporale Lungen-Ersatzverfahren (Extrakor­porale Membranoxygenierung ECMO) zurückgreifen“, so die Fachgesellschaft. Bei der ECMO reichert eine Maschine das Blut außerhalb des Körpers mit Sauerstoff an, welches anschließend wieder zurückfließt.

Der Behandlungserfolg von COVID-19-Patienten basiert neben der Beatmung aber auch auf weiteren Bausteinen der Intensivtherapie, wie Antibiotika, einer Unterstützung des Kreislaufs, Narkosemitteln und gegebenenfalls einem zielgerichteten Management der Blutgerinnung, hieß es aus der Fachgesellschaft.

Die DGIIN weist daraufhin, dass diese Form der Betreuung mit einem hohen Pflegeauf­wand verbunden ist. „Ohne den großen Einsatz des medizinischen und pflegerischen Per­sonals auf den Intensivstationen würden wir diese Krise nicht meistern. Deshalb gilt es, dem Personal, das derzeit vor großen Herausforderungen steht und noch mehr Einsatz als ohnehin schon erbringt, einen großen Dank auszusprechen“, so der DGIIN-Präsident. © hil/aerzteblatt.de

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