NewsAuslandErfolge in Südkorea, steigende Zahlen in Russland
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ausland

Erfolge in Südkorea, steigende Zahlen in Russland

Donnerstag, 30. April 2020

/picture alliance, Ahn Young-Joon, AP

Seoul – Während Südkorea erstmals seit zwei Monaten keinen einzigen neuen Fall von SARS-CoV-2 registriert hat, ist die Zahl der Todesopfer in Russland auf mehr als 1.000 und die der Infizierten auf mehr als 100.000 gestiegen. In Spanien sank die Zahl der Todes­opfer binnen 24 Stunden auf den niedrigsten Stand seit sechs Wochen.

Zum ersten Mal seit dem ersten Auftreten des neuartigen Coronavirus in Südkorea gebe es keine neuen, vor Ort übertragenen Infektionen, teilten die Gesundheitsbehörden in Seoul mit.

Anzeige

Südkorea war zu Beginn der Pandemie das nach China am zweitstärksten von dem Virus­ausbruch betroffene Land weltweit. Durch umfangreiches Testen, das Nachverfolgen von Kontakten und eine allgemein weitgehend beachtete Kontaktsperre konnte der Ausbruch unter Kontrolle gebracht werden.

Auch in anderen Regionen Asiens konnte das Virus weitgehend eingedämmt werden: In Hongkong wurden seit fünf Tagen keine neuen Infektionen diagnostiziert, in Taiwan seit vier Tagen.

Russland verzeichnete dagegen heute den bisher größten Anstieg neuer Infektionen. In­ner­halb von 24 Stunden wurden knapp 7.100 neue Fälle diagnostiziert. Damit liegt Russ­land jetzt beim Anstieg der Infektionen in Europa an der Spitze. Die Zahl der Coronatoten in dem Land ist jedoch vergleichsweise niedrig.

Kreml-Sprecher Dmitri Peskow sagte dem Sender RTVI, Russland sei es durch „harte Ent­scheidungen zur Selbstisolation“ gelungen, ein „italienisches Szenario“ mit zahlreichen Todesopfern zu verhindern.

Am schwersten betroffen sind Moskau und Umgebung sowie St. Petersburg. Aber auch in den Regionen, wo die Gesundheitsversorgung deutlich schlechter ist, breitet sich das Co­ronavirus weiter aus. Präsident Wladimir Putin hatte den April zum „arbeitsfreien Monat“ erklärt, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Die arbeitsfreie Zeit wurde inzwi­schen bis zum 11. Mai verlängert.

Spanien meldete heute derweil die niedrigste Zahl an CoronatToten binnen eines Tages seit dem 20. März. Innerhalb von 24 Stunden starben nach Regierungangaben 268 Men­schen an COVID-19.

Der höchste Wert war am 2. April mit 950 toten in 24 Stunden er­reicht worden. Insge­samt wurden in dem Land damit bislang rund 24.500 Todesopfer durch das Virus regis­triert, die Zahl der nachgewiesenen Infektionen liegt bei rund 213.000.

Gremium will erste Auswertung der Corona-Pandemie vornehmen

Die Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) hatte für heute ein Treffen ihres Dringlichkeits­komitees einberufen, um eine erste Auswertung der Coronapandemie vorzunehmen. Es ist die erste Sitzung des Gremiums, seit die Organisation die weltweite Ausbreitung des Coronavirus als internationalen Gesundheitsnotstand eingestuft hatte. Ergebnisse daraus wurden bisher nicht bekannt.

Die WHO steht wegen ihres Umgangs mit der Coronakrise in der Kritik. Insbesondere die Vereinigten Staaten werfen der internationalen Organisation vor, die Welt zu zurückhal­tend über das erstmalige Auftreten des neuartigen Erregers im Dezember vergangenen Jahres in China informiert zu haben und die Regierung in Peking trotz Versäumnissen zu sehr in Schutz genommen zu haben. © afp/dpa/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

30. Mai 2020
Alexandria/Köln – Krebskanke sind Risikopatienten für Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 und für schwere Verläufe der dadurch verursachten Erkrankung COVID-19. Die American Society
„Wir werden uns noch lange mit dieser Situation auseinandersetzen müssen“
29. Mai 2020
Berlin – Flüchtlinge in Sammelunterkünften sind besonders gefährdet, sich mit SARS-CoV-2 zu infizieren und an COVID-19 zu erkranken. Das ist das Ergebnis einer Studie unter Leitung des Epidemiologen
Hohes Risiko für SARS-CoV-2-Infektionen bei Geflüchteten in Sammelunterkünften
29. Mai 2020
Berlin – Nach der Vorlage der Rechtsvorordnung zur Erstattung von weiteren Tests auf das Coronavirus SARS-CoV-2, haben erste Verbände ihre Stellungnahmen abgegeben. So erklärte die Kassenärztliche
Coronakrise: Weiter Kritik an Kostenübernahme für zusätzliche Tests
29. Mai 2020
Berlin – Die gesetzlich vorgesehenen Ausgleichszahlungen für die Krankenhäuser reichen nicht aus, um die Erlösausfälle und Zusatzkosten durch die COVID-19-Pandemie zu kompensieren. Dadurch hat sich
Pandemie bringt viele Krankenhäuser in wirtschaftliche Schieflage
29. Mai 2020
Berlin − Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert-Koch-Institut (RKI) rund 560 Infektionen mit SARS-CoV-2 binnen eines Tages gemeldet. Zwar hatte das RKI am frühen Freitagmorgen die
RKI meldet 560 Neuinfektionen in Deutschland
29. Mai 2020
Berlin – Politiker von Grünen und Linken fordern eine gesetzliche Grundlage für die geplante Corona-Warn-App der Bundesregierung. Ein solches Gesetz solle einen Missbrauch der App ausschließen, ihren
Grüne und Linke wollen gesetzliche Grundlage für Corona-Warn-App
29. Mai 2020
Berlin – Die Nachverfolgung der Infektionen mit SARS-CoV-2 ist für die Gesundheitsämter nach eigenen Angaben derzeit beherrschbar. Auch der Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER