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Impfstoff- und Medikamenten­twicklung: EU sollte machtpolitisch Position beziehen

Donnerstag, 30. April 2020

Peter Liese /dpa

Brüssel – Bei der Bereitstellung eines kommenden möglichen Impfstoffes oder eines Wirkstoffes gegen SARS-CoV-2 muss Europa gegebenenfalls seine weltweite Rolle auch machtpolitisch geltend machen. Das fordert der umweltpolitische Sprecher der größten Fraktion im Europäischen Parlament (EVP, Christdemokraten), Peter Liese.

„Viele Experten gehen davon es, dass, sollte ein Medikament Impfstoff zuerst in den USA oder China entwickelt werden, diese nicht bereit sein werden, ihr Wissen zu teilen und an­deren Ländern und Regionen die Möglichkeit zu geben, das Medikament oder den Impf­stoff zu produzieren“, sagte der Mediziner. Das dürfe man auf keinen Fall akzeptieren.

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Europa müsse zum Beispiel einen Plan für den Fall haben, dass amerikanische Unterneh­men bei der Impfstoff- oder Medikamentenentwicklung schneller sein könnten als der Rest der Welt.

„Die Verteilung eines Impfstoffs oder Medikaments muss nach medizini­schen Kriterien er­folgen, und wir müssen so schnell wie möglich jeden auf der ganzen Welt versorgen“, be­tonte Liese. Dafür sei eine internationale Kooperation entscheidend, und nicht die Kon­zen­tration auf ein einzelnes Land.

Er forderte eine „maximale europäische Kooperation, damit so bald wie möglich ein Impf­stoff und/oder ein Medikament gegen COVID-19 zur Verfügung steht“. Gleichzeitig müsse aber Sicherheit vor Schnelligkeit gehen.

„Alle in Europa zugelassenen Impfstoffe sind sicher und das muss auch für einen Impf­stoff gegen Corona gelten. Eine Einstellung wie bei Donald Trump, der den Menschen im Zweifel auch mal Desinfektionsmittel spritzen würde, wäre gefährlich“, sagte der Medizi­ner.

Er wies daraufhin, dass die EU die Verfahren zur Zulassung von Impfstoffen und Medika­menten „maximal verkürzt“ und die Forschung „mit allen verfügbaren Mitteln“ unter­stützt. „Deshalb gehe ich davon aus, dass ein Impfstoff und oder ein Medikament gegen das Coronavirus sehr viel schneller zur Verfügung steht, als bei anderen Virus-Erkrankun­gen“, so Liese. © hil/aerzteblatt.de

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