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Ärzteschaft

Bundes­ärzte­kammer lobt Arbeit der Medizinischen Fachangestellten

Donnerstag, 30. April 2020

/picture alliance, Daniel Bockwoldt

Berlin – Auf die besondere Rolle und die Bedeutung der Medizinischen Fachangestelllten (MFA) in der Coronakrise hat die Bundes­ärzte­kammer (BÄK) hingewiesen. „Ohne MFA wä­re die ambulante Versorgung nicht vorstellbar. Das gilt generell, aber in diesen Krisenzei­ten in ganz besonderem Maße“, betonte BÄK-Präsident Klaus Reinhardt.

Er wies daraufhin, dass MFA in der ambulanten Versorgung auch unabhängig von der ge­genwärtigen Krise stetig neue Aufgabenbereiche übernommen hätten. MFA unterstützten Ärzte nicht nur bei ihren Versorgungsaufgaben, sondern übernähmen im Delegationsver­fahren medizinische Tätigkeiten in Praxen und bei Hausbesuchen.

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„Neben gesellschaftlicher Anerkennung gebührt den MFA deshalb eine Vergütung, die ihrer qualifizierten Tätigkeit entspricht. Damit Arztpraxen als Arbeitgeber die notwendi­gen Spielräume für Gehaltssteigerungen erhalten, ist es dringend erforderlich, dass Per­sonalkostensteigerungen vollständig durch die Krankenkassen refinanziert werden“, for­derte Reinhardt.

In Bezug auf COVID-19 forderte er die Politik auf, der Beschaffung von Schutzausrüstung weiter höchste Priorität einzuräumen. An Bund und Länder richtete der BÄK-Präsident die Forderung, einen Hilfsfonds für Ärzte und MFA einzurichten, die in Ausübung ihres Beru­fes im Zuge der Corona-Epidemie gesundheitlichen Schaden genommen haben.

Auch die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hatte gestern auf die Arbeit der MFA hingewiesen und sich bei dem Berufsstand bedankt. © hil/aerzteblatt.de

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Dr. Joachim Spaeth
am Donnerstag, 30. April 2020, 20:42

Der Dank ist angebracht - die Umsetzung schwierig!

Den Dank an die MFA's unterstütze ich zu >100 %, ich selber beschäftige eine große Zahl an MFA's seit über 23 Jahren und weiß, dass ohne diese nichts geht! Allerdings greift die Forderung von Herrn Reinhardt, "...dass Per­sonalkostensteigerungen vollständig durch die Krankenkassen refinanziert werden..." so wie auch regelmäßig alle anderen Wortmeldungen zu diesem Thema leider zu kurz. Auch der sogenannte "Rettungsschirm" ist leider wieder nur ein Konstrukt der GKVen, aber seit real mehr als 25 Jahren verweigert sich die Politik als "verlängerter Arm" der PKVen einer Anpassung der Honorare in der Privatmedizin an die Jetztzeit. Es ist ein Skandal ungekannten Ausmaßes, dass wir zu denselben Sätzen Leistungen erbringen wie die Ärztegeneration vor uns (leicht nachzulesen in inzwischen antiquarisch erhältlichen GOÄ-Ausgaben), keinerlei Ausgleich der schwindenden Kaufkraft und der steigenden (Lohn-)Kosten. Bei einem Anstieg der Ziffernbewertung (von der Neuaufnahme von Ziffern einmal ganz zu schweigen) von nur 1-1,5 % pro Jahr (weniger als die Steigerung bei Tariflöhnen) müsste ich - wie natürlich alle verdienten Kollegen - 23 Jahre nach meiner Niederlassung aktuell überschlägig gut 35-40 % mehr Honorareinnahmen im PKV-Bereich erhalten, faktisch sind diese aber sogar rückläufig, weil die niemals angehobenen Honorare zudem noch durch Honorarprüfungseinrichtungen teilweise absurd zerpflückt und gemindert werden und Steigerungsmöglichkeiten abgebaut werden. Es wäre an dieser Stelle aufschlussreich, im selben Zeitintervalls die Steigerung der Diäten der Abgeordneten abzubilden, die uns Ärzten einen Honorarzuwachs durch eine GOÄ-Reform verweigern!
Damit aber auch zurück zum Thema, aus einem angemessenen Honorar wäre es nicht nur ein Leichtes, sondern auch eine moralische Verpflichtung, unseren teilweise heroisch kämpfenden MFA's diesen Einsatz angemessenen zu honorieren, so muss es leider allzu oft bei Durchhaltparolen und warmen Worten bleiben, was der Sache nicht gerecht wird!
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Dr. Joachim Spaeth
am Donnerstag, 30. April 2020, 20:41

Der Dank ist angebracht - die Umsetzung schwierig!

Den Dank an die MFA's unterstütze ich zu >100 %, ich selber beschäftige eine große Zahl an MFA's seit über 23 Jahren und weiß, dass ohne diese nichts geht! Allerdings greift die Forderung von Herrn Reinhardt, "...dass Per­sonalkostensteigerungen vollständig durch die Krankenkassen refinanziert werden..." so wie auch regelmäßig alle anderen Wortmeldungen zu diesem Thema leider zu kurz. Auch der sogenannte "Rettungsschirm" ist leider wieder nur ein Konstrukt der GKVen, aber seit real mehr als 25 Jahren verweigert sich die Politik als "verlängerter Arm" der PKVen einer Anpassung der Honorare in der Privatmedizin an die Jetztzeit. Es ist ein Skandal ungekannten Ausmaßes, dass wir zu denselben Sätzen Leistungen erbringen wie die Ärztegeneration vor uns (leicht nachzulesen in inzwischen antiquarisch erhältlichen GOÄ-Ausgaben), keinerlei Ausgleich der schwindenden Kaufkraft und der steigenden (Lohn-)Kosten. Bei einem Anstieg der Ziffernbewertung (von der Neuaufnahme von Ziffern einmal ganz zu schweigen) von nur 1-1,5 % pro Jahr (weniger als die Steigerung bei Tariflöhnen) müsste ich - wie natürlich alle verdienten Kollegen - 23 Jahre nach meiner Niederlassung aktuell überschlägig gut 35-40 % mehr Honorareinnahmen im PKV-Bereich erhalten, faktisch sind diese aber sogar rückläufig, weil die niemals angehobenen Honorare zudem noch durch Honorarprüfungseinrichtungen teilweise absurd zerpflückt und gemindert werden und Steigerungsmöglichkeiten abgebaut werden. Es wäre an dieser Stelle aufschlussreich, im selben Zeitintervalls die Steigerung der Diäten der Abgeordneten abzubilden, die uns Ärzten einen Honorarzuwachs durch eine GOÄ-Reform verweigern!
Damit aber auch zurück zum Thema, aus einem angemessenen Honorar wäre es nicht nur ein Leichtes, sondern auch eine moralische Verpflichtung, unseren teilweise heroisch kämpfenden MFA's diesen Einsatz angemessenen zu honorieren, so muss es leider allzu oft bei Durchhaltparolen und warmen Worten bleiben, was der Sache nicht gerecht wird!
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