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Klinikum Ernst von Bergmann soll bis Juli wieder in den Regelbetrieb

Samstag, 2. Mai 2020

Klinikum Ernst von Bergmann, Potsdam /dpa

Potsdam – Nach dem Ausbruch mit SARS-CoV-2 im Potsdamer Klinikum Ernst von Berg­mann soll das Krankenhaus bis Juli wieder in den Regelbetrieb zurückgeführt werden. Spätestens Ende Mai soll die Klinik schon wieder regulär vom Rettungsdienst angefahren werden können, sagte Geschäftsführer Tim Steckel gestern auf einer Pressekonferenz.

„Denn Potsdam und die Region brauchen uns als Schwerpunktversorger“, sagte Co-Ge­schäftsführer Hans-Ulrich Schmidt. Ziel sei der bestmögliche Schutz für Patienten und Mitarbeiter. „Dafür werden wir Abläufe und Zuordnungen im Haus grundlegend überar­beiten und aus unseren Erfahrungen lernen.“ Oberstes Ziel sei es, das Vertrauen der Pa­tienten zurück zu gewinnen.

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In der Klinik hatten sich Mitte März SARS-CoV-2-Infektionen bei Patienten und Mitarbei­tern gehäuft. Daraufhin waren Anfang April Neuaufnahmen von Patienten bis auf einzel­ne Notfälle gestoppt worden. Bis Sonntag waren seit Ende Januar 140 Patienten und 208 Mitarbeiter positiv auf SARS-CoV-2 getestet worden. 43 dieser Patienten starben an den Folgen von COVID-19.

Alle neu aufgenommenen Patienten werden künftig getestet und bis zum Vorliegen des Testergebnisses 24 Stunden lang isoliert untergebracht. Dann erfolgt je nach Testergeb­nis die Verlegung auf die entsprechende Station.

In den kommenden Wochen soll das Klinikum durch umfangreiche Umbauten in drei ei­genständige Bereiche aufgeteilt werden, die jeweils wie eine vollständige Klinik ausge­stattet sind, wie Steckel erläuterte: Eine COVID-Klinik, eine Non-COVID-Klinik und eine Klinik für die Normalversorgung.

In den beiden letztgenannten Bereichen sollen Patienten und Mitarbeiter regelmäßig ge­testet werden. Zu den Kosten konnte er sich noch nicht äußern. „Wir haben aber durch die Arbeit der vergangenen Jahre die Potenz, das wirtschaftlich durchzustehen“, meinte Schmidt.

Die Zahl der Betten sinkt um etwa ein Drittel auf 600, erklärte Steckel. Derzeit sind in dem Klinikum gut 200 Betten belegt. Nach dem Übergang in den Regelbetrieb soll auch wieder ein Besuch der Patienten im beschränkten Maße und unter strengen Hygienere­geln möglich sein.

Nach dem SARS-CoV-2Ausbruch hatten Experten des Robert-Koch-Instituts (RKI) nach einer Untersuchung in einem Bericht unter anderem kritisiert, dass Umzüge ganzer Sta­tionen die Virusübertragung begünstigt haben könnten.

Daraufhin hatte Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) die beiden Geschäftsführer der Klinik vor einer Woche beurlaubt. Die Staatsanwaltschaft Potsdam prüft unter anderem, ob sich drei leitende Ärzte und die beurlaubten Geschäftsführer wegen möglicher Ver­stöße gegen Meldepflichten strafbar gemacht haben.

Die neue Klinikleitung hat als externen Berater für das Hygienekonzept Professor Klaus-Dieter Zastrow engagiert, der am Montag seine Arbeit als leitender Krankenhaushygieni­ker aufnehmen will. „Wir freuen uns, mit Professor Zastrow einen der renommiertesten Hygiene-Experten verpflichtet zu haben“, sagte Schmidt. © dpa/aerzteblatt.de

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