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Britische Studie: Benachteiligte Menschen sterben häufiger an COVID-19

Montag, 4. Mai 2020

/picture alliance, abaca

London – Menschen aus armen und benachteiligten Regionen sterben in Großbritannien doppelt so häufig an den Folgen einer Infektion mit dem Coronavirus wie Bessergestellte. Dies geht aus einer am vergangenen Freitag veröffentlichten Untersuchung der nationa­len Statistikbehörde hervor.

Eine weitere Studie des Londoner Institute of Fiscal Studies kommt zudem zu dem Ergeb­nis, dass die Erkrankung für Angehörige ethnischer Minder­heiten häufiger tödlich verläuft als für Weiße.

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Die nationale Statistikbehörde hat rund 20.000 COVID-19 Todesfälle zwischen dem 1. März und dem 17. April untersucht und dabei festgestellt, dass die Sterblichkeitsrate in den benachteiligsten Gebieten des Landes besonders hoch ist. Dort liegt sie demnach bei 55,1 Toten pro 100.000 Einwohnern. Zum Vergleich: In den am wenigsten benach­teiligten Gebieten lag sie lediglich bei 25,3 Toten pro 100.000 Einwohnern.

Als benachteiligt gelten Regionen, die eine überdurchschnittlich hohe Arbeitslosen- und Kriminalitätsrate aufweisen und in denen der Zugang zur Gesundheitsversorgung einge­schränkt ist. Die Sterblichkeitsrate sei in diesen Gebieten auch in normalen Zeiten höher als andernorts, „aber COVID-19 scheint dies noch zu verstärken“, sagte Nick Stripe, Ana­lyst der Statistikbehörde.

Unter den am stärksten betroffenen Gebieten ist auch die Hauptstadt London mit 85,7 To­desfällen pro 100.000 Einwohnern. Am wenigsten betroffen ist der Südwesten Großbri­tan­niens.

Einer Studie des Institute of Fiscal Studies zufolge sterben zudem Angehörige ethnischer Minderheiten in Großbritannien häufiger an den Folgen einer Coronavirusinfektion als Weiße. Sie arbeiten demnach häufiger in Berufen, in denen sie dem Risiko einer Infektion stärker ausgesetzt sind als andere.

„Unsere Untersuchung hat gezeigt, dass 63 Prozent des am Coronavirus verstorbenen Gesundheitspersonals schwarz waren oder einer ethnischen Minderheit angehörten“, sagte Tim Cook, Honorarprofessor an der Universität von Bristol. © afp/aerzteblatt.de

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