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Politik

Milliarden für den internationalen Kampf gegen SARS-CoV-2

Montag, 4. Mai 2020

Die Geberkonferenz fand als weltweite Videoschalte statt. /Screenshot DÄ

Brüssel – Mit einer internationalen Geberkonferenz hat die Europäische Union (EU) heute 7,4 Milliarden Euro für einen Impfstoff und den Kampf gegen das neuartige Corona­virus SARS-CoV-2 mobilisiert.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen eröffnete die Videokonferenz heute Nachmittag mit einer Zusage von einer Milliarde Euro im Namen der EU. Es folgten Zusa­gen jeweils im dreistelligen Millionenbereich durch Frankreich, Deutschland, Japan, Ka­na­da und andere Länder.

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Die Konferenz sei „ein Signal der Hoffnung in so schwierigen Stunden für viele Länder“, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Die Pandemie sei eine globale Herausforde­rung, die sich auch nur global überwinden lasse. Für Deutschland kündigte sie einen Bei­trag 525 Millionen Euro an.

Ein künftiger Coronaimpfstoff „wird ein öffentliches Gut sein, das niemandem gehört, sondern allen“, versicherte der französische Präsident Emmanuel Macron. Für Frankreich sagte er einen Beitrag in Höhe von 515 Millionen Euro. Japans Regierungschef Shinzo Abe und Kanadas Premierminister Justin Trudeau forderten mehr internationale Zusam­men­arbeit und sagten umgerechnet rund 760 Millionen und 550 Millionen Euro zu.

Am Ende der Konferenz kamen durch die globale Allianz 7,4 Milliarden Euro für die Su­che nach Impfstoffen und Medikamenten zusammen. „Die Welt ist vereint gegen das Co­ronavirus und die Welt wird gewinnen“, sagte von der Leyen. Ziel der Konferenz war eine Summe von 7,5 Milliarden Euro beziehungsweise 8 Milliarden Dollar zu sammeln. Umge­rechnet sind genau 8,07 Milliarden Dollar zusammengekommen.

Nach Angaben der EU-Kommission sollen vier Milliarden der angestrebten 7,5 Milliarden Euro in die Entwicklung eines Impfstoffs fließen, mit zwei Milliarden Euro sollen die Be­handlungsmöglichkeiten und mit 1,5 Milliarden Euro die Testkapazitäten weltweit ausge­weitet werden. Das Geld soll in erster Linie an anerkannte globale Gesundheitsorganisa­tionen wie die internationalen Impfstoffallianzen Cepi und Gavi gehen.

An der als „Global Response“ betitelten Initiative ist auch die Weltgesundheitsorganisa­tion (WHO) beteiligt. Unterstützt wird das Vorhaben zudem von der Weltbank und priva­ten Stiftungen wie dem Wellcome Trust und der Bill and Melinda Gates Foundation.

Aus der Liste der G7-Staaten fehlten lediglich die USA. Die Regierung begrüße „die Be­müh­ungen anderer Länder (...) wie die Geberkonferenz heute in Europa“, erklärte die US-Vertretung in Genf. Die USA seien „führend“ bei der Entwicklung eines Impfstoffs. US-Prä­sident Donald Trump hatte gestern verkündet, die USA würden bis Ende des Jahres einen Impfstoff entwickeln.

Washingtons Alleingang sorgt in Brüssel für Unmut. Während die EU für globale Lösun­gen einstehe, verweigere sich die USA dem, beklagte ein EU-Beamter. „Sie grenzen sich ab.“ Es bestehe aber noch Hoffnung: „Wir stehen erst am Anfang eines Prozesses und hoffen, dass sich die US-Regierung an den gemeinsamen Bemühungen beteiligen wird.“

Sollten die angestrebten 7,5 Milliarden Euro erreicht werden, könne dies „nur den an­fäng­lichen Bedarf decken“, hatten die Schirmherren der Konferenz in einem gemeinsa­men Aufruf erklärt. UN-Generalsekretär Antonio Guterres schätzte den Gesamtbedarf auf fünf Mal so hoch – also gut 37 Milliarden Euro.

EU-Ratspräsident Charles Michel warnte, die Kosten nicht zu handeln, wären „weit grö­ßer“. Es müsse sichergestellt werden, dass Heilmittel überall auf der Welt zu erschwingli­chen Preisen verfügbar seien, auch etwa in Afrika.

Hilfsorganisationen hatten zuvor transparente Regeln für eine gerechte Verteilung von Medikamenten und Impfstoffen gefordert. „Egoistische Interessen von Staaten oder Ge­winnerwartungen von Firmen dürfen nicht über Leben von Menschen gestellt werden“, erklärten Organisationen wie Ärzte ohne Grenzen, Medico International, Mezis, Buko Pharma-Kampagne, das Aktions­bündnis gegen Aids und viele andere in einem gemeinsa­men Schreiben an Kanzlerin Merkel. Die Mittel müssten alle Menschen weltweit errei­chen.

Die Geberkonferenz tendiere dazu, vor allem Arzneimittelhersteller und Impfallianzen zu stärken, warnte die Präsidentin von Brot für die Welt und der Diakonie Katastrophenhilfe, Cornelia Füllkrug-Weitzel. Diese bewahren die Menschen „aber nicht vor dem Verhun­gern“ und stärkten „nicht die Gesundheitssysteme“. © afp/dpa/aerzteblatt.de

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