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Ausland

Geheimdienstpapier: Schwere Vorwürfe gegen China wegen Coronakrise

Montag, 4. Mai 2020

/David Pereiras, stock.adobe.com

Sydney – In der Coronakrise nimmt internationale Kritik an Chinas Umgang mit der Pan­demie zu. In einem westlichen Geheimdienstpapier wird Peking scharf für den Umgang mit der Epidemie gerügt. Das Dossier der „Five Eyes“ genannten Geheimdienstallianz der USA, Großbritanniens, Australiens, Kanadas und Neuseelands fasst die Vorwürfe und Ver­dächtigungen zusamm­en, wie die australische Zeitung Saturday Telegraph am Wochen­ende berichtete.

Demnach dokumentiert das Dossier die Vertuschung chinesischer Behörden und weist auf riskante Forschungsarbeiten in einem Labor in der chinesischen Stadt Wuhan hin, wo das neue Coronavirus SARS-CoV-2 im Dezember erstmals aufgetaucht war. Auch US-Außen­mi­nister Mike Pompeo erhob am Sonntag erneut schwere Anschuldigungen gegen Pe­king.

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Das 15-seitige Dokument der „Five Eyes“ demonstriert die Stoßrichtung der laufenden Ermittlungen der Nachrichtendienste. Es erwähnt nach Angaben der Zeitung aber auch ihre Differenzen bezüglich des Verdachts, dass das Virus wirklich aus dem Institut für Virologie in Wuhan stammen könnte. US-Präsident Donald Trump hatte die Spekulationen darüber angefacht.

Nach eigenen Angaben hat Trump Hinweise darauf, dass die Pandemie ihren Ursprung in jenem Forschungslabor in Wuhan genommen haben könnte. Auf die Frage eines Journa­listen, ob er Informationen darüber habe, die ihm ein hohes Maß an Gewissheit in dieser Hinsicht gäben, sagte Trump am vergangenen Donnerstag im Weißen Haus gleich zwei Mal: „Ja, habe ich.“

Auch Pompeo sagte gestern dem US-Sender ABC, es gebe „signifikante“ Belege, dass die Krise in jenem Labor ihren Anfang genommen habe. Auf Nachfrage sagte er, er dürfe sich zu Details nicht äußern. Pompeo beschuldigte China aber, bereits in der Vergangenheit Labore ohne die notwendigen Standards betrieben zu haben. Es sei nicht das erste Mal, dass die Welt wegen eines Fehlers in einem chinesischen Labor einem Virus ausgesetzt sei.

Chinesische Staatsmedien haben die Vorwürfe der US-Regierung über Vertuschung in der Coronakrise und den Ursprung des Virus als „grundlose Beschuldigungen“ zurückgewie­sen. Es sei eine Strategie, von der eigenen „Unfähigkeit“ im Kampf gegen die Pandemie abzulenken, kommentierte die Zeitung Global Times, die vom kommunistischen Partei­organ Volkszeitung herausgegeben wird.

Auch der Leiter des Labors in Wuhan, Yuan Zhiming, hatte Vorwürfe, das Coronavirus sei dort freigesetzt worden, bereits vor längerer Zeit von sich gewiesen. Wissenschaftler halten es für viel wahrscheinlicher, dass SARS-CoV-2 von Fledermäusen über ein anderes Tier und durch den Wildtierhandel auf den Menschen übertragen wurde. China hatte deswegen im März den Handel mit wilden Tieren verboten.

Wissenschaftler haben auch nachgewiesen, dass das Virus nicht künstlich erzeugt worden ist, sondern natürlichen Ursprungs ist, wie vergangene Woche auch die US-Geheim­diens­te bestätigten. In dem Geheimdienstpapier der „Five Eyes“- wird auf gefährliche For­schungs­arbeiten in dem Labor mit Viren von Fledermäusen verwiesen, die allerdings auch in Zusammenarbeit mit amerikanischen und australischen Wissenschaftlern erfolgt waren.

Das Papier bildet laut Saturday Telegraph die Grundlage für die Vorwürfe, denen die Ge­heimdienste nachgehen. Es hält fest, wie Chinas Behörden frühzeitige Warnungen von Medizinern unterdrückten, das wahre Ausmaß des Ausbruchs herunterspielten und In­for­m­ationen zensierten, was auch in Medienberichten bereits mehrfach dargestellt wurde. Die Vertuschung wird in dem Dossier als „Anschlag auf die internationale Transparenz“ beschrieben.

Besonders beklagt wird, dass China noch bis zum 20. Januar bestritten hatte, dass sich das Virus von Mensch zu Mensch übertrage. Dafür habe es schon seit Anfang Dezember Hinweise gegeben, heißt es in dem Papier. Auch wird China darin vorgeworfen, Viruspro­ben vernichtet zu haben und Veröffentlichungen von Wissenschaftlern über das Virus streng zu kontrollieren. Chinas Behörden hätten sich außerdem geweigert, Lebendproben internationalen Forschern zur Verfügung zu stellen.

Auch Pompeo warf der chinesischen Führung vor, sie habe versucht, zu vertuschen und zu verwirren, und so großen Schaden angerichtet. Auf die Frage nach möglichen Konse­quenzen für Peking sagte er: „Wir werden die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen.“ Inzwischen hätten auch andere Staaten eingesehen, dass China die Krise verursacht habe.

Bundesaußenminister Heiko Maas äußerte keine Vorwürfe gegen China, rief das Land aber auf, sich umfänglich an der Aufklärung des Coronavirusursprungs zu beteiligen. „Die ganze Welt hat ein Interesse, dass der genaue Ursprung des Virus geklärt wird“, sagte der SPD-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Fundierte Antworten darauf muss aber die Wissenschaft geben, nicht die Politik. China kann hier unter Beweis stellen, wie transparent es mit dem Virus tatsächlich umgehen will.“ © dpa/aerzteblatt.de

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Avatar #787358
Ruezi
am Montag, 4. Mai 2020, 21:59

Trumps Scapegoat

Ich frage mich, was die US-Wahlkampfpropaganda im deutschen Ärzteblatt zu suchen hat?
LNS

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