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Afrika in Coronakrise nicht alleinlassen

Montag, 4. Mai 2020

/picture alliance, ZUMA Press

München – Eine Gruppe von Forschern aus Europa und Afrika hat die internationale Gemeinschaft aufgerufen, beim Kampf gegen COVID-19 die am stärksten gefährdeten Menschen nicht zu vernachlässigen. Dabei müsse man sich „insbesondere auf Afrika fokussieren“, heißt es in einem Gastbeitrag für die Süddeutsche Zeitung.

Ländern ohne medizinische Grundversorgung und mit nur beschränkten staatlichen Mitteln drohe ohne internationale Hilfe eine Katastrophe. Die Menschen in den ärmsten Ländern seien „nicht nur dem Virus selbst ausgesetzt, sondern auch dessen politischen, wirtschaftlichen und sozialen Folgen“.

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Diese Auswirkungen werden nach Ansicht der Wissenschaftler insbesondere in Afrika zu spüren sein, „wo die Menschen näher an der Armutsgrenze leben als in anderen Regionen der Welt. Die Menschen dort haben nur wenig Ersparnisse, auf die sie zurückgreifen können. In Afrika lebt die Mehrheit der Armen der Welt.“ Von den 28 ärmsten Ländern der Welt befänden sich 27 auf diesem Kontinent.

Die Kombination aus anfälliger Infrastruktur, zaghaften Institutionen und schwachen Regierungen sei schon in normalen Zeiten eine gefährliche Mischung, heißt es weiter. Die Internationale Arbeitsorganisation schätze, dass 74 Prozent der Afrikaner arbeitslos oder unterbeschäftigt seien, weltweit liege die Zahl bei 45 Prozent.

In der Pandemie könne die Kombination aus niedrigem Einkommen und begrenzten staatlichen Mitteln schlimme Folgen haben, so die Forscher weiter: „In einer Zeit, in der viele Länder in der Welt nach innen schauen und sich auf die Bekämpfung der Krankheit konzentrieren, müssen wir darüber nachdenken, wie den weniger gut dastehenden Menschen am besten geholfen werden kann.“ Die Coronakrise müsse „eine Chance für internationale Zusammenarbeit werden“.

Die Autoren sind Yonas Adeto (Universität Addis Abeba), Karim El Aynaoui (Präsident des Policy Center for the New South, Marokko), Thomas Gomart( Direktor des Institute of International Relations, Frankreich), Paolo Magri (Institut für International Political Studies, Italien), Greg Mills (Direktor Brenthurst Foundation, Südafrika), Karin von Hippel (Generaldirektorin der britischen Denkfabrik Royal United Services Institute) und Guntram Wolff (Direktor der Brüsseler Denkfabrik Bruegel). © kna/aerzteblatt.de

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