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Ausland

ECDC warnt bei Lockerungen vor falschen Erwartungen

Montag, 4. Mai 2020

ECDC-Generaldirektorin Andrea Ammon /picture alliance, TT NEWS AGENCY

Brüssel – Das Europäische Zentrum für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) hat bei der beginnenden Lockerung von Maßnahmen gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 davor gewarnt, falsche Erwartungen in der Bevölkerung zu wecken.

„Das ist ein Marathon und kein Sprint", sagte ECDC-Leiterin Andrea Ammon heute bei einer Anhörung im Europaparlament. Die Menschen müssten „sich mental darauf vorbe­reiten, dass das nicht so bald enden wird.“

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Ein Ausstieg aus den Coronamaßnahmen müsse „Schritt für Schritt“ erfolgen und von einer „genauen Beobachtung“ der Auswirkungen auf die Fallzahlen begleitet werden, sagte Ammon in einer Videokonferernz des Gesundheitsausschuss des EU-Parlaments. Vorerst werde es deshalb „kein Zurück zur Normalität“ geben.

„Wir dürfen in unserer Wachsamkeit nicht nachlassen“, sagte die deutsche Ärztin. Das Vi­rus werde nicht verschwinden, solange es noch keinen Impfstoff gebe. Trotz beschleunig­ter Zulassungsprozesse könne dies nach einem Durchbruch in der Entwicklung wegen nö­tiger Tests noch dauern.

Bei Infektionen sei auch weiter eine möglichst genaue Nachverfolgung der Kontaktperso­nen der Betroffenen nötig, um die Eindämmung des Virus nicht zu gefährden, sagte Am­mon. Handy-Apps könnten dazu einen Beitrag leisten. Sie seien aber „keine Wunder­waffe“, sondern „nur ein Werkzeug“, das die Ermittlung von Kontaktpersonen erleichtern könne.

Ammon warnte gleichzeitig davor, das Tragen einfacher Schutzmasken in der Öffentlich­keit überzubewerten. Sie könnten „ein falsches Gefühl der Sicherheit“ geben, sagte sie. Sie schützten nicht den Träger, sondern bestenfalls andere. Zudem gebe es bisher nur wenige wissenschaftliche Belege, dass solche Masken zur Eindämmung der Ausbreitung der Krankheit beitragen könnten.

Masken könnten deshalb nur „als zusätzliches Werkzeug“ im Kampf gegen COVID-19 ge­sehen werden, sagte Ammon. Empfehlungen zu sozialen Abstandsregeln und regelmäßi­gem Händewaschen sollten auch bei einer Lockerung von Maßnahmen deshalb weiterbe­folgt werden.

Mehr Forschung forderte Ammon bei der Frage, ob Menschen mit Antikörpern tatsächlich immun seien. Dies sei noch immer nicht klar und müsse nun dringend geklärt werden, sagte sie.

Ammon zufolge verzeichnen fast alle Länder in Europa inzwischen einen „deutlichen Rückgang“ beim Anstieg der Infektionszahlen. Nur in Bulgarien stiegen diese noch deutlich an. In vier weiteren Ländern - Polen, Rumänien, Schweden und in Großbritannien - gebe es keine substanziellen Änderungen. © afp/aerzteblatt.de

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