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Ärzteschaft

Warnung vor Stigmatisierung von Bevölkerungsgruppen in der Pandemie

Montag, 4. Mai 2020

/Robert Kneschke, stock.adobe.com

Berlin – Mehrere Verbände haben dazu aufgerufen, Menschen mit chronischen somati­schen oder psychischen Erkrankungen sowie mit Behinderungen in der Coronapandemie zwar zu schützen, sie aber nicht auszugrenzen.

Die Betreffenden benötigten besonderen Schutz und Unterstützung und dürften nicht allein gelassen werden, mahnten die Diakonie und der Bundesverband evangelische Be­hindertenhilfe zum morgigen europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung.

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Die UN-Behindertenrechtskonvention einzuhalten mahnt die BAG Selbsthilfe. „Der Schutz von chronisch kranken und behinderten Menschen darf nicht mit Isolation und Quaran­täne verwechselt werden.

Auch in Krisensituation gelten die Grund- und Menschenrechte vollumfänglich weiter“, sagte Martin Danner, Bundesgeschäftsführer der BAG Selbsthilfe. Deshalb müssten Re­geln und Schutz- sowie Hygiene-Standards entwickelt werde, die es allen Menschen er­möglichten, an der Gesellschaft teilhaben können. „Personengruppen ausschließen zu wollen, ist inakzep­tabel und mit den Verpflichtungen der UN-Behindertenrechts­konven­tion nicht vereinbar“, so Danner.

Vor einer Stigmatisierung von Zuckerkranken warnt unterdessen die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG). Die Fachgesellschaft weist daraufhin, dass Menschen mit einem gut eingestellten Diabetes mellitus nicht häufiger an COVID-19 erkrankten als die Durch­schnitts­bevölkerung.

Zwar gibt es Hinweise darauf, dass der Krankheitsverlauf bei dieser Patientengruppe schwerer sein könne, doch die meisten an COVID-19 Verstor­benen mit Diabetes seien hochbetagt gewesen und hatten weitere Erkrankungen.

„Aktuelle medizinische Daten rechtfertigten nicht den Ausschluss von der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben allein aufgrund einer Diabeteserkrankung“, stellt die DDG klar. Dies gelte für Kitas, Schulen sowie soziale Kontakte im Allgemeinen, den Berufsalltag und die Ausbildung.

„Es gibt leider derzeit nur wenige Studien zum Zusammenhang von COVID-19 und Dia­be­tes. Diese Daten lassen jedoch vermuten, dass ein Diabetes an sich kein Risiko­faktor ist. Eher ist es die Kombination aus Diabetes mit Alter und Begleiterkrankungen, die einen schweren Verlauf provoziert“, erklärte der DDG Mediensprecher Baptist Gallwitz.

Vielmehr könnten Berufstätige mit Diabetes mellitus ihre Tätigkeit während der Corona­pandemie fortsetzen, wenn die erforderlichen Schutzmaßnahmen eingehalten werden, so die Bilanz des DDG Positionspapiers. Dies gelte auch für Kinder und Jugendliche in Bil­dungseinrichtungen. © hil/aerzteblatt.de

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